Kommunalwahl in GröbenzellDaniel Holmer bewirbt sich erneut ums Bürgermeisteramt

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Volkswirt Daniel Holmer tritt für die Grünen an.
Volkswirt Daniel Holmer tritt für die Grünen an. (Foto: Reinhard Jurk/oh)

Diesmal kann sich der Kandidat sicher sein, dass ihn sein prominenter Parteifreund Martin Runge unterstützt. Holmer rechnet sich gute Chancen aus.

Von Gerhard Eisenkolb, Gröbenzell

Der Gröbenzeller Ortsverband der Grünen hat kürzlich Daniel Holmer zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im Frühjahr 2016 nominiert. Der promovierte Volkswirt und Gründer einer Firma, die Betreuungskräfte aus dem Ausland an Senioren vermittelt, zieht damit nach 2014 zum zweiten Mal als Bewerber für dieses Amt in den Kommunalwahlkampf. Vor zwölf Jahren schaffte es der 41-Jährige mit einem Ergebnis von 17 Prozent im ersten Wahlgang nicht in die Stichwahl. Dafür zog Martin Schäfer (UWG) als Sieger ins Rathaus ein. Dies lag auch daran, dass die Galionsfigur der Grünen im Landkreis, der ehemalige Landtagsabgeordnete Martin Runge, nicht den Kandidaten der eigenen Partei, sondern Schäfer im Wahlkampf unterstützte.

Dazu bekannte sich Runge bei einem gemeinsamen SZ-Pressegespräch mit Holmer. Er sagte, er habe damals für Schäfer Partei ergriffen, weil die zentrale Botschaft der Grünen lautete: „Wir wollen keinen CSU-Bürgermeister.“ Er setzte also auf eine Strategie zur Verhinderung des CSU-Mitbewerbers Thomas Breitenfellner. Letztlich schwächte diese Taktik auch die Fraktion der Grünen im Gemeinderat und stärkte Schäfers UWG.

Diesmal gilt es als ausgeschlossen, dass sich Mandatsträger der Grünen noch einmal für Mitbewerber anderer Gruppierungen einsetzen. Holmer zeigte sich daher sicher, sich bei seinem zweiten Anlauf auf die volle Unterstützung seiner Fraktion und des Ortsverbands verlassen zu können. Deshalb rechnet er sich bessere Chancen aus, diesmal die Bürgermeisterwahl zu gewinnen. Und zwar unabhängig davon, ob der Amtsinhaber noch ein drittes Mal antritt oder ob er sich, was viele vermuten, frustriert aus der Kommunalpolitik zurückzieht. Das liegt nicht allein daran, dass Runge als Zweiter Bürgermeister inzwischen in vielen grundlegenden politischen Fragen anderer Meinung als der Rathauschef ist, sondern auch an dessen Amtsführung und daran, dass es im Rathaus kriselt.

Holmer kann sich nun auf seine kommunalpolitische Erfahrung berufen. Er gehört seit elf Jahren dem Gemeinderat an und ist Sport- und Finanzreferent. Im Kreistag ist er Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Zu den Eigenschaften, die ihn für seine Partei zum geeigneten Kandidaten machen, gehören seine Nehmerqualitäten als jahrzehntelanger Handballtorwart, der es gewohnt ist, Schmerzen zu ertragen, und seine Tätigkeit als Abteilungsleiter beim SC Gröbenzell.

Selbstkritisch sagt der Vater von drei Töchtern, dass in seinem ersten Bürgermeister-Wahlkampf Hoffnungen geschürt worden seien, die nicht zu erfüllen waren. Er traut es sich zu, das schlechte Klima im Gemeinderat zum Positiven zu wenden. Die derzeitigen kämpferischen Kontroversen ließen sich verhindern, wenn ein neuer Bürgermeister wie er als Sitzungsleiter die einzelnen Tagesordnungspunkte besser erläutere und auch politisch bewerte. Geschehe das wie zurzeit nicht, breche sofort ein politischer Sturm los und die Debatten drehten sich stundenlang im Kreis. Ein solches Gremium sei nicht arbeitsfähig.

Wichtigstes Anliegen: die Kinderbetreuung

Als sein wichtigstes Anliegen bezeichnet der Kandidat das Thema Kinderbetreuung. Obwohl zum Stichtag für das nächstes Schuljahr wohl insgesamt 83 Plätze in Kitas, Kindergärten und Horten fehlen, gebe es dazu keine offiziellen Zahlen aus dem Rathaus. Für Eltern seien solche Informationen aber existenziell, weil sie nicht wissen, ob und unter welchen Umständen sie in Zukunft arbeiten können. Holmer fordert nicht nur mehr Transparenz. Den Eltern, die eine Absage erhalten, sollten auch Alternativen aufgezeigt werden. Generell stört ihn, dass im Rathaus Bürgerinnen und Bürger wie Bittsteller behandelt werden. Er setzt auf eine bessere Zusammenarbeit des Rathauses mit den Gröbenzellern und deren Vereinen. Das schone die Ressourcen. Zudem müsse nicht alles übers Rathaus laufen.

Im Hinblick auf die vielen brachliegenden Gemeindegrundstücke fordert der Grüne, diese müssten endlich aktiviert, also in Erbpacht oder an öffentliche Bauträger vergeben werden. Verkauft werden dürften sie auf keinen Fall. Eine Konsolidierung des Haushalts hält er für möglich. Nach Ansicht der Grünen ist die Finanzlage besser, als sie der Haushalt abbilde. Da die tatsächlichen Personalkosten deutlich unter den Ansätzen lägen, gebe es einen gewissen Spielraum.

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