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Gröbenzell:Dachterrasse für alle

GRÖBENZELL: Rathausneubau

Das neue Gröbenzeller Rathaus bekommt eine schöne Dachterrasse. Zu bestimmten Zeiten sollen auch Bürger hinauf dürfen.

(Foto: Leonhard Simon)

Debatte im Gemeinderat über Plattform auf dem neuen Rathaus

Von  Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Von außen ist der Bau des neuen Rathauses weit gediehen. Doch der für Ende Mai geplante Einzugstermin wird wegen eines arbeitsunfähigen Mitarbeiters und der Coronapandemie nicht zu halten sein. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Dachterrasse des neuen Gebäudes wird Freitagvormittags sowie Donnerstag bis Dienstschluss für die Öffentlichkeit zugänglich sein - sobald die Pandemie wieder Publikumsverkehr zulässt.

Mit etwa fünf Wochen Verzögerung rechnet Bauamtsleiter Markus Groß angesichts der Probleme, die jüngst beim Einbau der Lüftungsanlage aufgetreten sind. Die beauftragte Firma erschien nicht, weil der Bauleiter der Firma sich verletzt hatte und nicht ersetzt werden konnte. Da außerdem andere Mitarbeiter wegen Corona unter Quarantäne standen, wurde der Vertrag mit der Firma gekündigt. Jetzt wird ein anderes, dem Rathaus bereits bekanntes Unternehmen die Arbeiten ausführen. Die Verzögerung wirkt sich auch auf andere Gewerke aus. Hinzu kommt, dass wegen der Pandemie immer wieder Arbeiter ausfallen können, so dass Groß jüngst im Gemeinderat sagte: "Ich tue mir schwer, für einen Fixtermin die Hand ins Feuer zu legen."

Die Idee für eine Öffnung der Dachterrasse für die Öffentlichkeit kam von der CSU. Die hatte einen entsprechenden Antrag im Juli 2019 gestellt. "Dass testweise zu Marktzeiten geöffnet wird, halte ich für einen ersten Schritt", sagte Brigitte Böttger (CSU) nun im Gemeinderat. Für Berufstätige will die ehemalige Fraktionsvorsitzende außerdem den Donnerstag dazu nehmen, wenn das Rathaus ohnehin bis 18.30 Uhr geöffnet hat sowie während der Sitzungen des Gemeinderats auch länger.

"Der Entwurf ist nicht so gemacht, dass die Dachterrasse für die öffentliche Nutzung angelegt ist", gab der Bauamtsleiter zu bedenken. Sie sei kaum einsehbar, spielte er auf das Vandalismus-Problem an. Darauf verwies auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) und nannte als Beispiele Bürgerhaus und Freizeitheim. "Es stimmt nicht, dass da nur was passiert ist, wenn keine Leute da waren", widersprach er Böttgers These, dass die Sachbeschädigungen nur in menschenleeren Gebäuden geschehen würden. Er will die Dachterrasse lieber zunächst nur einmal im Monat öffnen.

Groß schlug schließlich vor, den Zugang vom Sitzungssaal aus auf die Dachterrasse zu ermöglichen,während der Gemeinderat tagt. Nach seiner Einschätzung wäre damit eine gewisse Kontrolle gewährleistet. Böttger griff diesen Vorschlag auf und beantragte die Öffnung für jeden Freitagvormittag, wenn Wochenmarkt ist, donnerstags bis 18.30 Uhr sowie während der Gemeinderatssitzungen. Ihr Antrag wurde mit 17 gegen 13 Stimmen angenommen

© SZ vom 05.03.2021
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