Bücherflohmarkt in GröbenzellFundgrube für Bibliophile

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Großer Andrang herrscht immer beim Bücherflohmarkt in der Paul-Barth-Halle. Gut sortiert werden dort zehntausende Bücher angeboten.
Großer Andrang herrscht immer beim Bücherflohmarkt in der Paul-Barth-Halle. Gut sortiert werden dort zehntausende Bücher angeboten. Jana Islinger

Seit mehr als 30 Jahren laden Gröbenzeller Hilfsorganisationen zum großen Bücherflohmarkt ein. Neben Raritäten und Kuriositäten werden auch CDs und DVDs angeboten – sowie heuer besonders viele Spiele.

Von Ingrid Hügenell, Gröbenzell

Zehntausende Bücher, Schallplatten, CDs, DVDs und Spiele werden an diesem Wochenende wieder in Gröbenzell verkauft. Der Bücherflohmarkt zu karitativen Zwecken gehört zu den größten seiner Art in Bayern, er findet schon seit mehr als 30 Jahren statt. 1992 wurde er von den Gröbenzeller Dritte-Welt-Gruppen ins Leben gerufen. Bereits der erste Flohmarkt erbrachte seinerzeit einen Erlös von 5000 Mark.

Viele der gespendeten Bücher sind gängige Ware und Bestseller, die in Bananenkisten angeliefert werden. Manche aber sind echte Raritäten. Das älteste Buch aus dem Jahr 1796 enthält Predigten zu den Episteln der Sonn- und Feiertage. Spannend klingen auch das „Oekonomische Handbuch für Frauenzimmer“, ein Kochbuch von 1806, eine armenische Geschichtssammlung von 1924 sowie der Struwwelpeter auf Latein.

Es finden sich prominent signierte Exemplare von Indira Ghandi, Lothar Buchheim und Michael Ende und besonders schön gestaltete Bücher wie ein König-Ludwig-Album aus der Zeit um 1880 mit 13 Ansichten aus seinen Schlössern in Heliogravüre, einem aufwendigen fotomechanischen Tiefdruckverfahren. Das kleinste Buch, ein Fontane-Brevier, wiegt nur 44 Gramm, das größte, ein Werk über Nobelpreisträger, 6,5 Kilogramm.

Wer einfach nur schmökern möchte oder zu einem bestimmten Thema informative Werke sucht, könnte ebenfalls fündig werden. Es gibt eine Abteilung für Liebesromane ebenso wie eine für Philosophie. Das ist eine Besonderheit des Gröbenzeller Bücherflohmarkts: Das Angebot wird vorsortiert. Etwa 100 Helfer sind schon seit Wochen damit beschäftigt, die gespendeten Artikel entgegenzunehmen, zu sichten und Kategorien zuzuordnen, sodass sich die Interessenten in der Halle mit dem riesigen Angebot gut zurechtfinden. Es werden heuer besonders viele Spiele angeboten, einige sind den Veranstaltern zufolge sogar noch originalverpackt.

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Die Helfer bauen in einer großen Gemeinschaftsleistung den Flohmarkt in der Halle auf und verkaufen dort auch. Hauptausrichter ist der gemeinnützige Verein „Gröbenzell hilft“, der den Flohmarkt organisiert. Die ebenfalls gemeinnützigen Vereine „Handwerker für Darfur“ und „Kurz mal helfen“ sind ebenfalls beteiligt. Der Erlös kommt Hilfsprojekten in der Region und weltweit zugute. 2025 erhielten 23 Projekte und Organisationen eine finanzielle Unterstützung.

Der Flohmarkt findet wieder in der Paul-Barth-Halle statt, früher Wildmooshalle. Am Samstag, 21. Februar, kann man von 10 bis 17 Uhr stöbern, am Sonntag, 22. Februar, von 10 bis 16 Uhr. Wer es nicht zum Flohmarkt schafft: Auf der Internetplattform Booklooker sind ebenfalls Bücher des Gröbenzeller Hilfsprojekts zu finden.

In einer früheren Version war noch der Verein Campo Limpo als beteiligt aufgeführt, der sich jedoch im vorigen Jahr aufgelöst hat. Auch hieß es, an der Halle gebe es genügend Parkplätze. Das ist nicht der Fall. Die Veranstalter bitten vielmehr darum, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

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