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Gröbenzell:Ausreißaktion

Der Gegner heißt Impatiens glandulifera, von Nichtbotanikern „Indisches Springkraut“, „Drüsiges Springkraut“ oder auch „Balsamine“ genannt.

Das Indische Springkraut ist ein Gewächs, das andere Pflanzen überwuchert und verdrängt.

(Foto: Bund Naturschutz)

Naturschützer bekämpfen das Springkraut

Der Gegner heißt Impatiens glandulifera, mit deutschen Namen "Indisches Springkraut", "Drüsiges Springkraut" oder auch "Balsamine" genannt. Diese Pflanze ist ein Neophyt, also eine Pflanze aus einem fremden Florenreich. Sie wurde im 19. Jahrhundert aus der Region Kaschmir, der indisch-pakistanischen Grenzregion am Himalaja, nach Europa eingeschleppt und hier zunächst auch als Zierpflanze kultiviert, weil sie im Spätsommer intensiv lilafarbig blüht und dabei einen süßlichen Geruch verbreitet. Der Bund Naturschutz in Gröbenzell geht nun vor allem gegen die sich an Waldrändern ausbreitenden Pflanzen vor und will verhindern, dass sie die heimische Vegetation verdrängen.

Solche Bestände werden inzwischen vielfach bekämpft, um die Artenvielfalt zu erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. In der Schweiz ist das Springkraut auf eine Liste "invasiver gebietsfremder Organismen" gesetzt worden und wird vielerorts bekämpft, um die Verdrängung heimischer Vegetation zu begrenzen. Die Pflanzen sind zwar nur einjährig, eine einzelne Pflanze produziert aber mehrere tausend Samen, die durch einen Schleudermechanismus mehrere Meter weit verstreut beziehungsweise an Bächen und Flüssen über weite Strecken verbreitet werden. Auf einer der wenigen naturnahen Flächen von Gröbenzell, einem Wäldchen hinter der Gröbenbachschule, hatte sich über Jahre hinweg ein solcher Dominanzbestand des Indischen Springkrauts entwickelt, dass sich daneben kaum noch andere Stauden entwickeln konnten. Das Problem aus Sicht des Naturschutzes ist vor allem, dass mit den verschwundenen heimischen Pflanzenarten auch die Tierarten verschwinden, die von ihnen abhängig sind. Zum Beispiel sind viele Wildbienenarten auf den Nektar und die Pollen bestimmter Pflanzen angewiesen, und wenn die nicht mehr wachsen, ist auch die Wildbienenart bedroht.

In einem großen Einsatz haben Helfer des Bundes Naturschutz Gröbenzell und mehrere Gemeinderäte der Gröbenzeller Grünen in etwa 80 Arbeitsstunden auf der Fläche an der Gröbenbachschule einige Tonnen Springkraut manuell entfernt. Dabei sind einige Pflanzenarten zum Vorschein gekommen, die sich unter dem Springkraut kaum noch entwickeln konnten, sich jetzt aber wieder als Hochstaudenflur ausbreiten können. Als Beispiele wurden genannt Mädesüß, Beinwell, Nelken, Holunder und die große Brennnessel, die an solchen nährstoffreichen Standorten auch sehr dominant vorkommt, aber als Nahrungspflanze für Schmetterlingsraupen wichtig ist.

© SZ vom 30.07.2020 / SZ

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