Naturschutz im WinterEin Reiher auf Reha

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Der verletzte Graureiher und sein Pfleger Gerhard Wendl.
Der verletzte Graureiher und sein Pfleger Gerhard Wendl. privat
  • Ein verletzter Graureiher wurde von einer Passantin nahe dem Ammersee gefunden und zu Gerhard Wendls Vogelauffangstation gebracht.
  • Der Reiher hatte sich einen Flügel verrenkt und kann dadurch nur schwer nach Nahrung suchen, was schnell tödlich enden könnte.
  • In der Auffangstation wird der Vogel gepflegt und soll in etwa zwei Wochen wieder in die Natur entlassen werden.
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Ein großer Vogel verletzt sich am Flügel und kann nur noch schwer nach Nahrung suchen. Gut, dass ihn eine aufmerksame Passantin findet und zu Gerhard Wendl in die Vogelauffangstation bringt.

Von Heike A. Batzer, Olching

Frost und Eis machen den Vögeln zu schaffen. Es sind jedoch nicht unbedingt die niedrigen Temperaturen. Manche Vogelarten haben bei gefrorenen Böden und Wasseroberflächen Schwierigkeiten, an Nahrung zu gelangen. „Die Kleinvögel“, sagt Gerhard Wendl, „die fliegen dann einfach in die Gärten an die Futterhäuser.“ Doch was macht etwa ein Graureiher? Der jagt normalerweise Fische, Frösche, Mäuse, kommt derzeit aber nicht dran.

Bäche, die nicht zufrieren, könnten eine Lösung sein. Doch oft sind sie von Gestrüpp eingesäumt und aufgescheuchte Vögel können dort schon mal hängen bleiben. Das ist offenbar einem Graureiher passiert, der freilich Glück im Unglück hatte, denn nahe dem Ammersee wurde er von einer Passantin gesichtet. Die versuchte, telefonisch Hilfe für den verletzten Vogel zu holen und geriet schließlich an Gerhard Wendl, der am Olchinger See seit Jahrzehnten eine Vogelauffangstation betreibt. Dort päppelt er verletzte Vögel aller Art wieder auf.

Der Graureiher hatte sich wohl einen Flügel verrenkt. Damit seien die Tiere bei der Nahrungssuche stark gehandicapt und es könne schnell ein Todesurteil daraus werden, erklärt Wendl. In der Auffangstation indes geht es dem Reiher gut, umgehend erhält er Futter: zwei Putenherzen, die Wendl dem Vogel gemeinsam mit einer Mitarbeiterin anbietet. Zu zweit zu agieren, ist in diesem Fall ratsam, denn wenn man einen Graureiher in der Hand halte, bestehe die Gefahr, „dass er einem schon mal ins Auge hackt“, sagt Wendl.

Graureiher – häufigste Reiherart in Mitteleuropa – werden bis zu einem Meter groß und sind tagsüber bis in die Dämmerung aktiv, stehend und schreitend sind sie an Ufern von Flüssen und Seen sowie auf Wiesen und Äckern unterwegs, um nach Nahrung zu suchen. Früher einmal wurden ihre Bestände stark dezimiert, weil sie Fischern ein Dorn im Auge waren, wie man beim Naturschutzbund Nabu weiß. Mittlerweile sind Graureiher nicht mehr gefährdet. Sie sind vor allem an ihrer Flugsilhouette gut zu erkennen, die wegen des eingezogenen Kopfes eine S-Form bildet.

In etwa zwei Wochen soll der Graureiher wieder in die Natur entlassen werden. Die Not der Reiher im Winter aber macht offenbar erfinderisch: Zwischenzeitlich erreicht Gerhard Wendl ein weiterer Hilferuf – diesmal aus Schöngeising: Ein Reiher fliege dort ständig in den Garten und labe sich an den Goldfischen im Gartenteich.

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