Grafrath:Radioaktivität am Wertstoffhof Grafrath

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Beim Entsorger ist ein Container aufgefallen. Der Wertstoffhof wurde vorsorglich gesperrt

Von Erich C. Setzwein, Grafrath

Radioaktivität ist der Grund, warum der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) den Wertstoffhof in Grafrath seit Donnerstag vorsorglich gesperrt hat. Eine Recyclingfirma in München, zu der am Mittwoch ein Container mit Altmetallen und Elektrogeräten aus Grafrath geliefert worden war, hatte bei einer Routinemessung erhöhte Radioaktivität festgestellt.

"Leicht über dem Nulleffekt" habe der Wert gelegen, sagte Barbara Steinmetz vom AWB am Donnerstag. Daraufhin sei der dafür üblich Weg beschritten worden: Das Landesamt für Umwelt in Augsburg wurde eingeschaltet, der AWB und das Gesundheitsamt über den Fund und das weitere Vorgehen informiert. Da der Grafrather Wertstoffhof an der Brucker Straße Donnerstag und Samstag geöffnet hat, wurde entschieden, ihn am Donnerstagnachmittag zu schließen. Am Freitagmittag, wenn die Untersuchungsergebnisse des Landesamtes für Umwelt erwartet werden, werde geklärt, ob der Wertstoffhof am Samstag wieder betreten werden kann.

Denn der AWB kann nicht ausschließen, dass "zusätzliche Maßnahmen" ergriffen werden müssen. Sollte sich herausstellen, dass nicht nur der Container verstrahlt war, sondern auch der Wertstoffhof, müsste dort dekontaminiert werden. Der Container war nach Angaben von Steinmetz zwei Wochen lang in Grafrath gestanden und mit ausgedienten Elektrogeräten und Schrott befüllt worden. Dazu zählen Waschmaschinen, aber auch Fahrräder oder Rohre. Befüllt werden solche Container von vorne. Ist die Fläche voll, werden die Türen geschlossen und der Deckel geöffnet, um weiter Schrott einwerfen zu können. Ein Spediteur brachte den Container zu dem Entsorgungsfachbetrieb Alfa nach München-Aubing, wo die Radioaktivität gemessen wurde.

Als "sehr selten" bezeichnet Betriebsleiter Veit Riesland solche radioaktiven Funde. Es sei seines Wissens nach ein Feststoff gewesen, kein Pulver oder eine Flüssigkeit. Jeder der etwa 50 Lastwagen, die Altmetall in seinem Betrieb anliefern, passiere eine Messstation. "Im vergangenen Jahr hatten wir nur einen Fall, in diesem Jahr waren es schon zwei oder drei", sagte Riesland. Sobald das Messgerät Alarm schlage, müsse er das Landesamt benachrichtigen, die den Strahler, zum Beispiel Radium oder Uran, bestimmten. Hohe Messwerte - und damit größere Auswirkungen - habe es noch nicht gegeben.

© SZ vom 30.08.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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