Polizei als TierretterBussard an der Bundesstraße, Huhn am Hauptbahnhof

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Polizeiobermeister Atalar mit dem Mäusebussard auf der Fahrt zur Vogelaufnahmestation nach Olching.
Polizeiobermeister Atalar mit dem Mäusebussard auf der Fahrt zur Vogelaufnahmestation nach Olching. Polizeinspektion Fürstenfeldbruck

Gleich zweimal muss die Polizei in der Münchner Region am Wochenende gefiederten Zeitgenossen zu Hilfe kommen – wobei sich ein Tier deutlich kooperativer zeigt als das andere.

Von Kerstin Vogel, Grafrath

Die Polizei rettet nicht nur Menschen, sondern auch Tiere aus brenzligen Situationen – manchmal allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach.

Gegen 15.20 Uhr am vergangenen Samstag hatten Autofahrer einen verletzten Greifvogel gemeldet, der mitten auf der B471 kurz hinter dem Ortsausgang von Grafrath Richtung Inning saß. Der apathisch wirkende Mäusebussard hatte eine blutende Wunde am Schnabel und ließ sich von den Beamten zunächst widerstandslos aufnehmen. Vermutlich war er kurz zuvor mit einem Auto kollidiert.

Doch was als ruhiger Krankentransport zur Vogelauffangstation nach Olching begann, entwickelte sich schnell zu einer Herausforderung für die Polizisten: Während der Fahrt im Streifenwagen kehrten die Lebensgeister des gefiederten Patienten zurück – mit voller Wucht, wie die Polizei berichtet. Der Kollege hatte plötzlich alle Hände voll zu tun, um den wieder quicklebendigen Bussard zu beruhigen und zu bändigen.

Schlussendlich endete die Rettungsfahrt wie geplant in der Station des Vogelnotrufs am Olchinger See, wo dem Patienten eine gute Prognose gestellt werden konnte: Nach einer Woche Erholung sollte er wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Henne Henrietta irrt über den Hauptbahnhof

Deutlich entspannter war bereits am Samstagvormittag ein ebenfalls hilfebedürftiges Huhn, das mit Unterstützung der Bundespolizei in die Auffangstation in Olching gelangte. Das kleine, offenbar herrenlose Tier war am Hauptbahnhof entdeckt und von einer Passagierin im Fundbüro abgegeben worden.

Da offenbar auch gefiederte „Reisende“ Anspruch auf Hilfe haben, wurde das Huhn von Beamten der Bundespolizeiinspektion München in Obhut genommen und zur Dienststelle gebracht, wie es im Polizeibericht heißt. Dort erhielt das Tier nicht nur über Nacht einen sicheren Platz, sondern auch einen Namen: Henrietta. Versorgt mit einer Portion Haferflocken wurde sie wohlbehalten und ausgeschlafen an die Tagschicht übergeben, die sie dann zum Vogelnotdienst Olching brachte. Dort wird die durchweg kooperative Henne fachkundig weiterbetreut – ziemlich sicher in einiger Entfernung von dem aufmüpfigen Mäusebussard.

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