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Grafrath:Gebäudesanierung als Beitrag zum Klimaschutz

Die Gemeinde bietet Haus- und Wohnungseigentümern kostenlose Beratungen an

Von Manfred Amann, Grafrath

Unter dem Motto "Check dein Haus" bietet die Gemeinde Grafrath allen Eigenheimbesitzern kostenlose Erstberatungen zur energetischen Sanierung an. Davon verspricht sie sich einen Schub in Richtung Energiewende und Klimaschutz. Wegen Corona wurde die Informationsveranstaltung zum Auftakt per Videokonferenz durchgeführt. Auf Einladung von Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) und der Referentin für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit, Monika Glammert-Zwölfer (Grüne), hatten sich etwa 20 Interessenten zugeschaltet, um sich von dem Angebot ein Bild zu machen und zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, Häuser CO₂-neutral, zugleich wertstabiler und unabhängiger von steigenden Energiepreisen zu machen.

Der Gemeinde liegen bereits etwa drei Dutzend Anträge auf Erstberatung vor, so dass die Referentin für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit einen "Kampagnenerfolg" erwartet, denn "jedes energetisch sanierte Haus hilft, den Klimawandel einzudämmen". Lobend erwähnte Teilnehmerin Gabriele Mosandl gegenüber der SZ: "Es ist gut, dass die Gemeinde die Initiative ergriffen hat und die Aktion auch finanziell unterstützt.

Im Zuge der Aktion können sich Haus- und Wohnungseigentümer zu einer energetischen Erstberatung anmelden, die von der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Energiewendeverein Ziel 21 und der Verbraucherzentrale Bayern organisiert wird. Die Kosten für die Kampagne werden durch staatliche Fördermittel und aus der Gemeindekasse gedeckt. Beim "Gebäudecheck" erfahren Eigenheimbesitzer alles über die energetische Situation ihres Hauses oder ihrer Wohnung. Wie Vertreter von Ziel 21 erklärten, begutachtet ein Energieberater die Heizungsanlage und die Gebäudehülle und gibt Hinweise auf Verbesserungen mit oder ohne Einsatz erneuerbarer Energien. In einem Kurzbericht werden dann Handlungsempfehlungen und Fördermöglichkeiten erläutert und in weiteren Schritten auch die Verbraucherzentrale Bayern eingebunden, um optimale und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu finden, wie deren Vertreter in der Online-Veranstaltung zusicherten.

Eingangs hatte der ehrenamtliche Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde, der ehemalige Grünen-Gemeinderat Roger Struzena, die allgemeine Situation dargestellt und aufgezeigt, dass bundesweit etwa 45 Prozent der Energie alternativ erzeugt werde, die energetische Sanierung von Gebäuden indes mit einem Anteil an der Energiewende mit 14 Prozent jedoch weit hinterherhinke. Für die Wärmeerzeugung werde aber sehr viel Energie verbraucht, Wärmedämmungen und der Rückgriff auf alternative Energien seien daher ein wichtiger Beitrag. "Wenn man wie jetzt die Gemeinde mit der Kampagne auf die Hausbesitzer zugeht, ist die Bereitschaft größer, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen", glaubt Struzena. Eine gute Beratung über mögliche Maßnahmen zur Energieeinsparung, womöglich ergänzt um alternative Strom- und Wärmeerzeugung, sei, auch unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten, bestens geeignet, die Energiewende und damit den Klimaschutz voranzubringen.

© SZ vom 07.06.2021
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