Grafrath Erinnerung an Ehrentreffer

Historische Schuhe: Kulturreferentin Sybilla Rathmann (von links), Vereinschef Anton Huber und Pressereferentin Donna Thomson in der Ausstellung

(Foto: Günther Reger)

Die Spielvereinigung Wildenroth hat heute mehr als tausend Mitglieder. Eine Ausstellung blickt nun zurück

Von Manfred Amann

Das Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern im Jahr 1971 wird in der Geschichte der Spielvereinigung Wildenroth (SpVgg) immer in Erinnerung bleiben. Weniger, dass die Mannschaft damals mit 1:14 verlor, sondern dass es gegen die legendären Fußballgrößen Franz Beckenbauer, Sepp Meier und Gerd Müller gelungen war, wenigstens ein Tor zu schießen. Der damals viel umjubelte Torschütze, Wolfgang Dischl, und der Trainer, der die Elf vorbereitet hatte, Viktor Cibena, waren unter den ersten Besuchern der Ausstellung mit dem Titel "Die Spielvereinigung Wildenroth - von 1932 bis heute", die im Kulturraum der Gemeinde zu sehen ist.

Erinnert wird auch an das Spiel gegen Unterhaching vor zwei Jahren, beim dem auch Manni Schwabl anwesend war. Kulturreferentin Sybilla Rathman und Benno Reischl haben mit zahlreichen Helfern eine sehenswerte Gesamtschau konzipiert, die sämtliche Höhen und Tiefen sowie die stets umsichtige Arbeit des Vereinsvorstands und der Trainer widerspiegelt. Anhand von alten Mitgliedsausweisen, Spielerpässen, Fotos, Wimpeln, Zeitungsausschnitten, Urkunden und Pokalen kann die nunmehr 87 Jahre andauernde Entwicklung des Vereins nachempfunden werden. "Einen aktuellen Anlass gibt es nicht", sagt Vorsitzender Anton Huber. Die Kulturreferentin habe die Räume angeboten und "so können wir unseren Verein vorstellen und um Mitglieder werben".

Von 16 Fußballern war der Verein gegründet worden, heute zählt er mehr als tausend Mitglieder mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Schwimmen, Kinderturnen, Ballett, Volleyball und neuerdings auch Stockschießen. Zudem werden Damen-Fitness und Yoga, Badminton und ein Lauftreff angeboten. Im Fußball sind zwei Männer- eine Frauen-, acht männliche und vier weibliche Jugendmannschaften sowie eine Seniorenelf aktiv. "Mit so einem Erfolg haben die Gründer mit Vorstand Friedrich Schäfer sicher nicht gerechnet", vermutet Huber. Die zum 50. Gründungsfest herausgegebene Festschrift zitiert den damaligen Landrat Gottfried Grimm: "Cleverness und Sportsgeist waren und sind die prägenden Elemente der SpVgg und haben zusammen mit einer überdurchschnittlichen Portion an Engagement und dem Können dem Verein das heutige Renommee eingebracht". Dies habe bis heute Gültigkeit, befindet Sybilla Rathmann.

Bürgermeister Markus Kennerknecht hebt die große Bedeutung des Sportvereins für das Gemeinschaftsleben in Grafrath hervor und lobt das ehrenamtliche Engagement der Verantwortlichen. Einer von vielen, die als Fußballer und zusätzlich als Trainer aktiv waren, ist Harald Throm, der in der Ausstellung einen alten Zeitungsbericht über die Sportfamilie Throm studieren kann. Gezeigt wird auch eine Video-Aufnahme über die Einweihung des neuen Sportgeländes beim Bürgerstadl 2001. Hans Eiwan habe den Verein damals sehr unterstützt, dankte Huber dem früheren Bürgermeister, der die vielfältige Präsentation als "sehr gelungen" bezeichnet. Zu sehen ist auch ein Wimpel, der daran erinnert, dass die SpVgg 1960 bei der Gründung des SC Schöngeising Pate stand. Überdies gibt es einiges zu sehen, was im Verein noch so alles läuft außer Sport, wie zum Beispiel die Freundschaftsbesuche in Schimborn bei Aschaffenburg. Ein Highlight in der Vereinsgeschichte war laut Huber auch die oberbayerische Vizemeisterschaft der E-Jugend im Jahr 1977, obwohl das Endspiel in Moorenweis seinerzeit 1:4 verloren gegangen ist - allerdings gegen die Bayern-Jugend.

"Die SpVgg Wildenroth - von 1932 bis heute". Ausstellung im Kulturraum in der Brucker Straße 3 in Grafrath. Samstag und Sonntag, 23./24. Februar, jeweils von 13 bis 18 Uhr