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Grafrath:Der rollende Rasso

Weiß, mit umweltfreundlichem Antrieb und günstig zu haben: Der neue Stromer bei den ersten Testfahrten.

(Foto: Privat)

Die Gemeinde bietet ihren Bürgern ein Car-Sharing-Elektroauto an. Benannt ist es nach dem Ortsheiligen

Die Gemeinde Grafrath stellt ihren Bürgern ein Elektroauto zur Verfügung und ist damit Vorreiter im Landkreis. Der Stromer, ein Renault Zoe mit einer Reichweite von etwa 250 Kilometern, kann sofort ausgeliehen werden. Grundlage ist ein E-Carsharing-Modell, das die Gemeindeverwaltung mit der Firma Teilzeug vereinbart hat. Zur Vorstellung des Fahrzeugs und zu Probefahrten auf dem Schulhof kamen zahlreiche Interessenten. Etwa zehn Grafrather ließen sich bei Saskia Hassmann auch gleich registrieren. Die Schulsekretärin wird zukünftig das Carsharing überwachen.

Das Fahrzeug hat auf dem Schulhof einen gekennzeichneten Stellplatz, neben dem eine Schnellladestation installiert wurde. Und das Fahrzeug hat auch einen Namen: Designerin Anne-Kathleen Ottenbacher hat es nach Rücksprache mit Bürgermeister Markus Kennerknecht nach dem Ortsheiligen Graf Rasso "Rasso-Car" getauft und den Namen in ein "Logo" mit der Unterschrift Carsharing Grafrath eingebunden. "Man dürfe schon überall sehen, das Grafrath hier eine Vorreiterrolle übernommen hat", erklärte der Gemeindechef nicht ohne Stolz und dankte insbesondere Umweltreferent Roger Struzena, der die eifrig nachgefragten Probefahrten organisierte. "Wir gehen mit gutem Beispiel voran und hoffen auf rege Nutzung", sagte Kennerknecht. Sollte die Auslastung des Fahrzeuges groß sein, bestehe die Möglichkeit, eine zweites anderer Marke oder je nach Bedarf ein mehr für Transporte ausgerichtetes Fahrzeug anzuschaffen. Teilzeug-Geschäftsführer Oliver Weiss erläuterte die Besonderheiten des Fahrzeugs und was zu beachten ist, wenn man das Ladekabel mit der 22-Kilowatt-Ladesäule und dem Auto verbindet. Das Fahrzeug lässt sich zum vorgemerkten Zeitpunkt per Smartphone öffnen, im Handschuhfach liegt der Autoschlüssel, der frei geschaltet bleibt, bis das Auto wieder am Ausgangstandort abgestellt ist und das Ladekabel in der Säule steckt. Überdies erklärte er die Anmeldeprozedur und wie man mit dem Smartphone, mit dem Computer oder auch telefonisch buchen kann. Jeder Nutzer muss pro Stunde 2,50 Euro bezahlen und zusätzlich je gefahrenen Kilometer 25 Cent. Sonst fallen keine weiteren Gebühren an. "Wenn man nicht viel fährt und man sich mit Carsharing ein eigenes Auto sparen kann, dann rechnet sich das allemal, von den positiven Auswirkungen auf die Umwelt mal ganz abgesehen", befand eine Frau. Günter Hübsch ließ sich registrieren, weil er ein Auto eigentlich nur für größere Einkäufe zum Beispiel in Fürstenfeldbruck oder zum Wegbringen von Müll und Gartenabfällen braucht. "Ich erledige sehr viel mit dem Fahrrad, wenn ich ab und an ein Auto ausleihen kann, dann ist das ideal für mich", erklärte Hübsch. Interesse zeigte auch Dieter Rosskothen. Er sei ohnehin sehr umweltbedacht, fahre seit Jahren ein Hybridauto und sei damit sehr zufrieden, erzählte er. Er werde das Elektroauto auf jeden Fall auch nutzen, schon um zu sehen, ob sein nächstes eigenes auch ein Stromer sein sollte. Der Ladevorgang dauere je nach Batteriestand maximal drei Stunden.

Die Gemeinde Grafrath informiert Interessenten an den kommenden beiden Dienstagen, 16. und 23. Juli, jeweils von 12.30 bis 14.30 Uhr sowie am Donnerstag, 18. Juli, von 16 bis 18.30 Uhr im Rathaus über die Modalitäten.