Grafrath:Brücke oder keine Brücke

Diskussion über Streckenführung für neuen Radweg in der Stadt

Von Manfred Amann, Grafrath

Der straßenbegleitende Geh- und Radweg entlang der Bundesstraße 471 soll bis zur Anbindung der Ortsmitte von Grafrath verlängert werden. Angesichts der topografischen und Grundbesitzverhältnisse ist dies kein einfaches Unterfangen. Dies geht aus der von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Vorplanung hervor, die das Ingenieurbüro Glatz/Kraus vorgenommen hat.

Der Radweg endet aktuell auf Höhe der Abzweigung zum Sozialzentrum Marthashofen. Radfahrer und Fußgänger kommen nur über lange Umwege und Straßen ins Ortszentrum oder weiter zum Beispiel nach Kottgeisering. Durch die Verlängerung vom Tennisplatz bis zum Rathaus- und Feuerwehrgelände und der Hauptstraße würde eine nahezu direkte Verbindung in den Ortskern realisiert. Und damit eine wichtige Lücke in der örtlichen Radweg-Infrastruktur geschlossen. Die als Teil des zukünftigen Radwegenetzes der Gemeinde vorgeschlagene Verbindung hat überregionale Bedeutung. Laut Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) stehe auch das Staatliche Bauamt Freising dem Vorschlag "aufgeschlossen gegenüber". Die Behörde habe jedoch signalisiert, dass "aufgrund anderweitiger Prioritätensetzungen eine Planung nicht durch die das Straßenbauamt selbst in Auftrag gegeben werden kann, sondern extern zu erfolgen hat".

Daher habe Grafrath schon Mal die Vorplanung übernommen und solle die Planung auch zu Ende führen. Dem Entwurf des Ingenieurbüros zufolge sind in besondere die Einmündungen des Radweges in den Bereichen der Brucker Straße sowie der Hauptstraße als kritisch einzustufen. Es müsse darüber beraten werden, ob der Radweg an der B471-Brücke über die Schlossbergstraße eine Brücke bekommt, oder ob dieser über zwei Rampen über die Schlossbergstraße geführt werden soll. Einige Ratsmitglieder sprachen sich wegen der Topografie für Rampenlösung aus. Erfahrungsgemäß würde eine Vielzahl der Grafrather kein Verständnis für allzu große Eingriffe in die natürlichen Gegebenheiten aufbringen. Wie Kennerknecht ausführte, muss der Verlauf der Radweg-Trasse entlang der B 471 mit dem Straßenbauamt abgestimmt werden, um dann den erforderlichen Grunderwerb angehen zu können. Die Planer schätzen die Kosten auf etwa 800 000 Euro mit oder 640 000 Euro ohne Brücke über die Schlossbergstraße. Wie Kennerknecht ausführte, soll den Löwenanteil der Kosten der Bund tragen. Ziel sei es, dass die Grafrath nur etwa 15 Prozent der Kosten aufbringen muss. Erst wenn klar ist, ob Eigentümer Grund dafür hergeben, der Trassenverlauf steht und entsprechende Förderzusagen vorliegen, kann laut Kennerknecht die Umsetzung des Projektes erfolgen.

© SZ vom 17.06.2021
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