bedeckt München 13°

Grafrath:Alt macht mobil

Zur jährlichen Seniorenbürgerversammlung kommen Grafrather der älteren Generation im Bürgerstadl zusammen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bei der Bürgerversammlung für Senioren in Grafrath stehen die Mobilität wie auch die Sicherheit im Straßenverkehr im Vordergrund.

An den Tische mit den rot karierten Decken im Bürgerstadl herrscht reger Betrieb - die Grafrather Senioren essen Kuchen, trinken Kaffee, tauschen sich aus. Währenddessen stehen der Sprecher des Seniorenbeirates Josef Wind und der Grafrather Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) am Pult und bereiten sich auf ihre Reden vor. Dass die geplante Referentin, die etwas zur Ernährung im Alter vortragen wollte, abgesagt hat, stellt kein Problem dar. Es soll ja hauptsächlich um örtliche Themen gehen, bei dieser Bürgerversammlung für Senioren

Josef Wind, seit drei Jahren Sprecher des Seniorenbeirates, zieht Bilanz für 2019 und berichtet zum einen über die Bücherbox an der Gemeindeverwaltung, bei der jeder Grafrather kostenlos Bücher einstellen und mitnehmen kann. Außerdem verweist er auf das wetterfeste Buswartehäuschen an der Haltestelle Amperbrücke. Mit dem Computertreff und den Kinonachmittagen für Senioren gebe es Projekte, die sich speziell an den Bedürfnissen von Senioren orientieren.

Auch Markus Kennerknecht lobt die Arbeit des Seniorenbeirates, der von den Gemeinderäten im Juli 2020 neu gewählt wird, denn er habe "vieles eingebracht und vieles angeregt", sagte der Bürgermeister. Für die Gemeinde Grafrath sei nach wie vor die angestrebte Barrierefreiheit des Bahnhofs Grafrath "ein wichtiges Ziel". Die Gemeinde strebe an, den Bahnhof zu erwerben, so Kennerknecht. Darüber hinaus sei der geplante Fahrradstreifen entlang der Kreisstraße von Bedeutung.

Mobilität und Infrastruktur sind auch für die älteren Bewohner Grafraths von Belang. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Fragerunde, die nach kurzer Anlaufzeit rasch Fahrt aufnahm. Ein älterer Herr, der am Vorabend bereits die Wahlveranstaltung der Grünen, Ortsverband Ampermoos, zum Thema "Mehr Mobilität weniger Verkehr in Grafrath" besucht hatte, wollte wissen, "wie der Fahrradstreifen aussehen soll", denn der Landtagsabgeordnete der Grünen, Martin Runge (Grüne), habe sich auf der Veranstaltung "vehement dagegen ausgesprochen".

Markus Kennerknecht erklärt, er kenne Runges Meinung sowie die Diskussionen und ein Fahrradschutzstreifen sei bisher - unter anderem von der Polizei - empfohlen gewesen: "Das Beste wäre natürlich ein Radweg, aber wir haben keinen Platz auf der Kreisstraße und müssen daher mit den vorhandenen Möglichkeiten arbeiten."

Weitere Fragen betrafen die Ausbesserung der anderen Fahrradwege, die neuen MVV-Tarife für den Busverkehr zwischen den Gemeinden sowie die generelle Verkehrssicherheit im Ort. Die würde nämlich durch Fahrer gefährdet, die regelmäßig Stoppschilder im Ort missachteten, beschwert sich eine Anwohnerin. Da es sich "mit Stoppschildern wie mit Vorfahrtsregeln verhalte", die von vielen leider nach Gutdünken ausgelegt würden, so Kennerknecht, appellierte der Bürgermeister an die Anwesenden, im Alltag sicher zu fahren.

© SZ vom 14.03.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite