DigitalisierungDas Internet in Olching soll schneller werden

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In ganz Deustchland schreitet der Glasfaserausbau voran, nun sollen auch in Olching Leitungen verlegt werden.
In ganz Deustchland schreitet der Glasfaserausbau voran, nun sollen auch in Olching Leitungen verlegt werden. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Die Firma UGG stellt ihre Pläne für den Ausbau des Glasfasernetzes vor und verspricht einen Baubeginn zu Ostern 2025. Hinter dem jungen Unternehmen stehen Telefonica und die Allianz.

Von Karl-Wilhelm Götte, Olching

Der große Saal im Kulturzentrum am Olchinger Mühlbach ist nahezu voll besetzt. Das ist erstaunlich beim Thema der Veranstaltung. Denn Olchinger sind, wie man so sagt, gebrannte Kinder, wenn es um einen Glasfaseranschluss geht. Im Kom stellt sich UGG vor und verspricht einen zügigen Ausbau für schnelleres Internet. UGG steht für „Unsere Grüne Glasfaser“, und die Firma wirbt derzeit in Olching um Kunden. „Wir bauen auf jeden Fall“, lässt Rupert Metzler beim Informationsabend von der UGG gleich zu Beginn verlauten, um Vertrauen bei den Anwesenden aufzubauen. Ostern nächstens Jahres soll es mit der Glasfaserverlegung auf jeden Fall losgehen. Rund zwei Jahre danach soll dann rasantes Internet in Olching Wirklichkeit werden.

Rupert Metzler, Expansionsmanager der Firma UGG, stellt in Olching die Ausbaupläne vor.
Rupert Metzler, Expansionsmanager der Firma UGG, stellt in Olching die Ausbaupläne vor. (Foto: Carmen Voxbrunner)

Olching hat Erfahrung mit solchen Angeboten. Nachdem sich die letzte Firma Teranet aufgrund einer zu niedrigen Anschlussquote zurückgezogen hatte, geht es jetzt in der Amperstadt wieder in eine neue Runde. Metzler nennt sich „Expansionsmanager“, so sein kurios klingender Titel, und er ist für die UGG aus Südbaden angereist, um in Olching Überzeugungsarbeit zu leisten. Das scheint ihm nach gut einer Stunde offenbar ziemlich gut zu gelingen. Nur einige Spezialfragen zum Anschluss spezieller Haus- und Wohnungsvariationen blieben nach dem Auftritt von Metzler noch offen. Doch die Stimmung der Besucherinnen und Besucher scheint allgemein positiv zu sein. „Zu 70 Prozent werde ich den Anschluss wohl bestellen“, sagt ein Olchinger hinterher. Eine Frau, die neben ihm steht, nickt ebenfalls zustimmend. Sie und andere Interessenten stehen im Foyer und diskutieren mit Verkäufern von der Firma O2. Das ist der Internetprovider, mit dem UGG kooperiert. „Surfen mit Lichtgeschwindigkeit“ hat Metzler diese Zusammenarbeit mit der O2 zuvor angepriesen.

Ohne einen Vertrag mit O2 geht jedoch mit einem Glasfaseranschluss nichts. „An den sind sie zwei Jahre lang gebunden“, so Metzler. „Sie können ihre bisherige Telefonnummer behalten“, beruhigt Luis Krüger von O2 mögliche Zweifler sofort, als er erzählt, dass das Glasfaserkabel ermögliche, hundert Fotos innerhalb von vier Sekunden in die Cloud hochzuladen. Der Internetprovider, der nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Kunden in Deutschland hat, lockt die potenziellen neuen Kunden in Olching mit Rabatt in den ersten sechs Monaten. So kostet die Grundgebühr zunächst nur 19,99 Euro, danach für Neukunden 49,99 bei einem maximalen Surftempo von 250 Mbit/Sekunde oder 59,99 Euro bei 500 Mbit/Sekunde für eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten.

Glasfaser direkt ins Haus verspricht die Firma UGG.
Glasfaser direkt ins Haus verspricht die Firma UGG. (Foto: Carmen Voxbrunner)

Das Angebot der Firma UGG, die sich deshalb als „grün“ bezeichnet, weil Glasfaser grundsätzlich 60 Prozent weniger Energie benötige als Kupferkabel, gilt bis zum 31. Januar 2025. Bis dahin koste der Anschluss null Euro statt 599,99 Euro, steht auf dem Flyer von O2. Dieses kostenlose Angebot gilt nur mit einem gleichzeitigen Vertrag mit O2. „Sie zahlen aber erst, wenn sie von O2 Licht auf der Leitung haben“, formuliert Expansionsmanager Metzler salopp. Er bittet die künftigen Vertragspartner darum, dass sie ihren bestehenden Vertrag nicht selbst kündigen. Das würde der neue Internetpartner dann übernehmen, wenn der Anschluss perfekt sei. „Wann kann man den wechseln?“, wollte ein Besucher wissen. „Nach zwei Jahren sind sie frei“, stellte Metzler in Aussicht, um dann jedoch einzuschränken, dass UGG dann einen „Blumenstrauß“ von Internetprovidern anbieten würde, aus denen man wählen könne. Nächste Frage: „Wo wird mit der Kabelverlegung gestartet?“ Das sei abhängig von der Zahl der Verträge. In jenen Straßen würde zuerst gebaut werden. „Und wenn in einem Haus nur sechs von zehn Parteien einen Anschluss haben wollen?“ Metzler antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Wir legen den Anschluss auch nur für einen Eigentümer.“

Gebaut werden soll auf jeden Fall

Abschließend lässt Metzler keinen Zweifel daran, dass UGG das Projekt in Olching umsetzen wird: „Das Interesse ist so groß, dass wir bauen werden.“ Auch den anwesenden Zweiten Bürgermeister Maximilian Gigl (CSU) hat der UGG-Auftritt überzeugt. Besonders auch deshalb, weil das Unternehmen, das in Ismaning angesiedelt ist, keine Anschlussquote zur Bedingung für den Ausbau macht. „Wir sitzen als Stadt mit im Boot“, bekräftigt Gigl. Den Glasfaserausbau Olchings sieht er als wichtigen Standortfaktor. Dass das erst vier Jahre alte Unternehmen mit etwa 400 Mitarbeitern mit Telefonica aus Spanien und der deutschen Allianz als Investor zwei große Partner im Rücken hat, beruhigt auch Gigl. „Die Allianz gibt uns 20 Jahre zur Refinanzierung“, hatte Rupert Metzler gleich zu Beginn im Saal verkündet, um schnell alle Zweifel auszuräumen: „Wir bauen, dafür sorgt die Allianz.“

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