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Beziehung:"Gewalttätige Männer entschuldigen sich immer im Nachhinein"

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Misshandelte Frauen versuchen oft lange Zeit, sich alleine vor dem gewalttätigen Partner zu schützen, ehe sie sich Hilfe holen oder Anzeige erstatten.

(Foto: imago/Pixsell)

Sonja geht aus Liebe mit ihrem Mann nach Deutschland. Schon bald nachdem ihr Sohn geboren ist, beginnen die Morddrohungen und die Schläge. Über innerliche Zerrissenheit und die Angst in der Fremde.

Von Marija Barišić, Fürstenfeldbruck

Wenn Sonja sich in ihr Zimmer zurückzieht und weint, weiß sie, dass niemand fragen wird, warum. "Wir haben hier alle eine ähnliche Geschichte, jeder von uns hat solche Phasen", sagt sie. Sonja Ilić (Name geändert) ist 35 Jahre alt. Seit ungefähr einem Jahr lebt sie mit ihrem dreijährigen Sohn Ilija im Frauenhaus in Fürstenfeldbruck. Die Phasen, in denen die Vergangenheit sie wieder einholt, beginnen meist dann, wenn Ilija schläft. Wenn sie alleine ist und viel Zeit hat, über alles nachzudenken. In den ersten sechs Monaten im Frauenhaus hat sie sich in solchen Momenten vor allem Fragen wie diese gestellt: "Habe ich das Richtige getan? Habe ich ihm seinen Vater weggenommen?" Heute, ein Jahr später, klopft Sonja dankbar auf den Tisch, wenn sie nach ihrem Sohn gefragt wird. Ilijas Angst, sein Wimmern, es hat endlich aufgehört, er geht in den Kindergarten, hat zu sprechen angefangen, stellt Fragen. Aber nie nach seinem Vater. "Den hat er mit keinem Wort mehr erwähnt, seit wir hier sind", sagt Sonja. Aber das wundert sie nicht: "Im Frauenhaus rufen alle Kinder nur Mama, Mama, Mama."

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