Gestörter Zugverkehr Irritiertes Sicherheitssystem

Schnee und auch Spaziergänger lösen am Bahnübergang zwischen Puchheim und Aubing irrtümlich ein rotes Haltesignal für die Züge aus.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Vor dem beschrankten Bahnübergang zwischen Puchheim und Aubing werden die Züge immer wieder irrtümlich gestoppt

Von Peter Bierl, Puchheim

Der gestählte Pendler von der S 4 weiß, dass der Gleisabschnitt zwischen Puchheim und Pasing voller Tücken steckt, oftmals steckt man in Zügen zwischen beiden Bahnhöfen fest oder steht sich auf den Bahnsteigen die Beine in den Bauch. Ein gerütteltes Maß an Schuld tragen nach Angaben der Bahn AG der Schnee und unvorsichtige Spaziergänger, die die Sicherheitssysteme irritieren und Fehlalarme auslösen.

Zwischen Puchheim und Aubing gibt es in der Aubinger Lohe noch einen kleinen Bahnübergang mit Schranken, dazu einen weiteren solchen Übergang in Aubing in der Helleinstraße. Im Januar habe es witterungsbedingt vereinzelt Störungen an diesen Bahnübergängen gegeben. Der teilweise sehr nasse Schnee habe die Freimeldesensorik beeinträchtigt. Diese Sensoren prüfen, ob der Übergang frei von Fahrzeugen ist. Bleibt Schnee an ihnen kleben, stellt das Sicherheitssystem das Signal vor dem Übergang automatisch auf Rot.

Während im Winter der Schnee zur Störungsquelle wird, bringen das ganze Jahr über leichtsinnige Spaziergänger den Fahrplan durcheinander. Leider komme es "regelmäßig" vor, dass Spaziergänger insbesondere am Bahnübergang an der Aubinger Lohe den Übergang überqueren, während sich bereits die Schranken senken, berichtete eine Sprecherin der Bahn AG.

Auch in diesem Fall melden die Sensoren eine Störung und der Fall muss geprüft werden und der Zugführer erst einmal anhalten. Manchmal kann die Störung vom Stellwerk an der Donnersbergerbrücke aus behoben werden, in dem dort das Sicherheitssystem neu gestartet wird und die Falschmeldung verschwindet. Aufwändiger wird es, wenn ein Mitarbeiter hinfahren, den Bahnübergang "entstören" und nach der Störungsquelle suchen muss. Dabei kann sich herausstellen, dass ein Relais, ein Motor oder die Stromzufuhr nicht richtig funktionieren oder gar eine Komponente ausgetauscht werden muss. Sobald klar ist, dass sich niemand auf den Gleisen befindet, kann der Zug weiterfahren, aber streng nach einem festgelegten Procedere. Der Zugführer darf erst auf Anweisung des Fahrdienstleiters weiterfahren. Er rückt in Schrittgeschwindigkeit langsam an den Übergang heran, gibt mit dem Signalhorn einen lauten Pfiff ab, um vermeintliche Personen auf dem Übergang zu warnen, fährt weiter bis zur Mitte des Übergangs und erst von dort an zügig weiter.

Das führt zu Verspätungen, die sich schnell aufschaukeln, weil die zweigleisige Strecke stark frequentiert ist, von S-Bahnen, Fern- und Regionalzügen. Die Bahn AG arbeitet derzeit an Lösungen für diese Fehlalarme, hieß es. Welche das sein könnten, wollte die Pressesprecherin aber nicht verraten. Nicht zu haben waren auch Angaben darüber, wie viele der vielen Verspätungen in den vergangenen Wochen auf nassen Schnee und Spaziergänger zurückgingen und wie viele andere Ursachen hatten, etwa Stellwerks- und Signalstörungen, Polizeieinsätze oder weil die Strecke vor Pasing eingleisig ist. "Auf die Schnelle" könne man keine statistische Auswertung übermitteln. "Zumal es sich dabei um betriebsinterne Daten handelt, die wir intern analysieren und auswerten", erklärte die Sprecherin der Bahn AG.