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Germering:Zaubertafel und Lernlandschaften

Rundgang durch den neuen Trakt der Germeringer Theresen-Grundschule

Monika Lassak schreibt mit dem Finger in Schreibschrift "Grüß Gott" an die Tafel. Mit dem Klick auf einen Button lässt die Leiterin der Germeringer Theresen-Grundschule den Schriftzug sofort wieder verschwinden. "Das ist die Zaubertafel", so Lassak, würden die Kinder sie nennen. In dem neuen Klassenraum sitzen gerade eingeschulte Erstklässler. Lassak und Architekt Peter Oppenheimer aus Geretsried stellen bei einem Rundgang den neuen Trakt der Grundschule vor. Fünf neue Klassenzimmer, vier zusätzliche Räume, ein Musikraum, eine Bücherei und sogenannte Lernlandschaften sind auf drei Etagen entstanden.

Probesitzen in der neuen Theresen-Schule: Germerings Bürgermeister Andreas Haas fotografiert, was Schulleiterin Monika Lassak an die Tafel schreibt.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Fertig wurde der Neubau nach zweijähriger Bauzeit pünktlich zu Schulbeginn. "Wir sind einen Tag vor Ende der Ferien fertig geworden", erzählt Bauplanerin Christine Müller erleichtert. Gebaut wurde während des laufenden Unterrichtsbetriebs; das machte es ab und zu schwierig. Eine freie Fläche hätten die Bauleute nur in den Ferien gehabt. Beim Gang durch die Etagen fallen die hellen, tageslichtdurchflutenden Räume auf. Besonders stolz ist Oppenheimer über die Lichtquellen an den Decken. Es scheint LED-Licht zu sein, ist es aber nicht. Die Sonne draußen lässt die kreisrunden Lichtquellen wie künstliches Licht erscheinen. Zwischen jeweils zwei Klassenzimmern sind kleinere Gruppenräume angelegt. Durch Fensterscheiben können die Lehrerinnen beobachten, ob die Kinder arbeiten und lernen. "Da haben wir schon ein Auge drauf", sagt Konrektorin Claudia Schön.

Fertig wurde der Neubau nach zweijähriger Bauzeit pünktlich zu Schulbeginn. "Wir sind einen Tag vor Ende der Ferien fertig geworden", erzählt Bauplanerin Christine Müller erleichtert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Großen Wert legt der Architekt auch auf die Akustik in den Räumen, als er auf die entsprechend gestalteten Decken verweist. Er klatscht dann versuchsweise in die Hände und ist auch mit relativ leiser Stimme gut zu verstehen. Die "Lernlandschaften" im Foyer der Etagen sind modernen Unterrichtskonzeptionen entsprungen. Gut gepolstert, können dort die Grundschüler während ihrer Einzel- oder Gruppenarbeit sitzen oder in den Pausen gar liegen. "Ich lege mich manchmal dazu", sagt Schön schmunzelnd. Sowieso sei den Anliegen der Lehrerinnen weitgehend entsprochen worden. "Wir haben uns in den Bau und die Gestaltung eingemischt", betont Schulleiterin Lassak noch einmal, dass das Lehrpersonal an zahlreichen Bausitzungen teilgenommen hat. Etwas eifersüchtig sind die Kinder aus dem älteren Schultrakt auf die neuen Annehmlichkeiten ihrer Mitschüler. 20 Klassen mit 420 Schülern werden von 30 Lehrerinnen betreut. Der 31. ist seit dem neuen Schuljahr ein Mann als Lehrer, eine ganz seltene Spezies an einer Grundschule. "Ich bin sehr froh, dass er eine erste Klasse unterrichtet", bekräftigt Konrektorin Schön.

Das Architekturbüro hat auch bei der Möblierung der Klassenzimmer an alles gedacht. So gibt es Stühle mit einer verstellbaren Ablage für die Füße der kleinen Kinder. Damit wird das bei den Grundschülern eigentlich sehr beliebte Baumeln der Füße verhindert. Der futuristische Projektor ist bereits über der Tafel angeschraubt worden, aber noch sind der Internetanschluss für die Klassenräume und die digital ausgerichteten Schultafeln nicht da. Lassak ist optimistisch, dass ihr Lehrpersonal geschult werde, um das Internet bei den Grundschulkindern altersgemäß einzusetzen.