Germering:Wettkampf im königlichen Spiel

Germering: Ihre Züge auf dem Brett machen die Teilnehmer der Kreismeisterschaften in den nächsten Tagen in Germering.

Ihre Züge auf dem Brett machen die Teilnehmer der Kreismeisterschaften in den nächsten Tagen in Germering.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Zu den Schach-Kreismeisterschaften in der Stadthalle Germering werden etwa 200 Teilnehmer erwartet

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

In der Germeringer Stadthalle werden von Freitag bis Montag vier Tage lang die Schach-Kreismeister ermittelt. Dieser Kreismeister ist aber eher ein Bezirksmeister, weil der Schachkreis bis zur Zugspitze reicht. Etwa 200 Teilnehmer werden bis zum Dreikönigstag in verschiedenen Meisterschafts- und Altersklassen um die Schachkrone kämpfen. Der örtliche Schachklub Germering ist nicht nur Ausrichter der Veranstaltung, er ist auch mit zahlreichen Denksportlern an den Schachbrettern vertreten. Doch die Favoriten für den Titel in der Meisterschaftsklasse 1 (M1), also bei den besten 24 gemeldeten Schachspielern, kommen nicht aus der Großen Kreisstadt.

Ob überhaupt einmal ein Germeringer Schachspieler die Kreismeisterschaft gewonnen hat, ist den Ergebnis-Annalen nicht exakt zu entnehmen. Eher sieht es nicht danach aus. Namen wie Albert Kaunzinger vom SC Gröbenzell, der Titelverteidiger aus dem Vorjahr, oder der unvergessene Seriensieger Andreas Zach, der ebenfalls für Gröbenzell antrat, sind gleich mehrfach zu finden. Kaunzinger steht nicht auf der Meldeliste für Germering; der Maisacher Andreas Zach ist vor vier Jahren plötzlich verstorben. Die Titelvergabe für 2020 scheint offen zu sein, der Gewinner wird wohl wieder aus dem Kreis der Arrivierten kommen.

Bevor die ersten Züge getan sind, drängt sich Ulrich Johann Fössmeier vom SC Gröbenzell als Favorit auf. Der 55-Jährige rangiert 200 Ranglistenpunkte vor der Konkurrenz. Thomas Lochte, der für den SK Weilheim antritt, ist bereits 62 Jahre alt, hat aber ebenfalls kaum jüngere Gegner zu fürchten. Er gewann zuletzt 2011 die Kreismeisterschaft, war aber auch schon in jungen Jahren, nämlich 1978, 1979 und 1990, erfolgreich gewesen. Vielleicht kann auch der 41 Jahre alte Thomas Walter vom TV Tegernsee in den Kampf um die Top-Plätze eingreifen.

Der Nachwuchs aus den Schachklubs Gröbenzell, Fürstenfeldbruck oder Germering drängt bisher nicht nach vorne. Jüngster Teilnehmer in der M1 ist der erst 15-jährige Laurin Stegert vom SC Ammersee. Vielleicht gelingt ja dem Germeringer Lorenz Gauchel der Durchbruch. Im Melderanking belegt der 19-jährige Lokalmatador Platz neun. Im diesem Jahr wird der SK Germering 70 Jahre alt, so dass der 19-jährige Lokalmatador dem Heimatverein eine zusätzliche Freude zum Jubiläum machen könnte. Doch dazu ist vor allem Ausdauer gefragt.

An den vier Meisterschaftstagen sind von jedem Spieler sieben Partien im Schweizer System - also ständig spielen die Besten gegeneinander - zu absolvieren. Gespielt wird täglich im Amadeussaal der Stadthalle von 9.30 Uhr bis zum späten Nachmittag. Zuschauer, die Schachspieler nennen sie Kiebitze, sind bei den Partien gerne gesehen.

Schach-Kreiseinzelmeisterschaften, Freitag bis Montag, Germeringer Stadthalle, jeweils ab 9.30 Uhr, Eintritt frei

© SZ vom 03.01.2020
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