Germering:Werbung für Germeringer Neubauprojekt

Germering: Umstrittene Planung: So soll nach den Vorstellungen der Stadt Germering die Wohnbebauung auf dem Kreuzlinger Feld aussehen. Entwurf: Stadt Germering

Umstrittene Planung: So soll nach den Vorstellungen der Stadt Germering die Wohnbebauung auf dem Kreuzlinger Feld aussehen. Entwurf: Stadt Germering

Der Allinger Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer weist beim Thema Kreuzlinger Feld die Kritik der Bürgerinitiative zurück

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Angesichts des Bürgerbehrens, das sich durch gerichtliche Entscheidung abzeichnet, unterstreicht der Investor Thomas Vilgertshofer die Vorzüge der aktuellen Bauleitplanung auf dem Areal des Kreuzlinger Feldes in Germering. Die Planung sei in "vorbildlicher Form" und im "Dialog" mit den Anwohnern erarbeitet worden, so der Allinger Bauunternehmer. 600 Familien vorwiegend aus Germering hätten sich bereits für die dort entstehenden Wohnungen vormerken lassen. Komme es zu einem Bürgerentscheid, würde die Alternative vor allem lauten: "Für bezahlbaren Wohnraum oder dagegen."

Auf dem Kreuzlinger Feld zwischen Kreuzlinger Straße und Starnberger Weg sollen - je nach Rechnung - im Endausbau mal 1500 bis 2500 Menschen wohnen. Die Planung begann vor drei Jahren. Die Bürgerinitiative (BI) "Lebenswertes Germering" lehnt die geplante Bebauung als überdimensioniert ab und will sie per Bürgerentscheid verhindern. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) muss jetzt nach der Beschwerde der Stadt Germering endgültig darüber entscheiden, ob das Bürgerbegehren stattfindet. Die Stoßrichtung der Argumentation in der dreiseitigen Stellungnahme Vilgertshofers wird schnell klar: "Für das Gemeinwohl oder für die Eigeninteressen einiger weniger Nachbarn." Bürgerbeteiligung habe ausreichend stattgefunden. Der Investor schreibt von "wertvollen Anregungen", die in die Planung Eingang gefunden hätten. So gibt es "keine fünfstöckigen Gebäude mehr" und auf Vorschlag des angrenzenden TSV Unterpfaffenhofen-Germering sei die Gestaltung des südlichen Vorplatzes geändert worden. "Dass nicht alle Anregungen in einer Planung umgesetzt werden können, liegt in der Natur der Sache", argumentiert Vilgertshofer.

Als "absolute Premiere in Germering" bezeichnet der Bauunternehmer die Vereinbarung mit der Stadt, dass diese am Kreuzlinger Feld einen Zugriff und Belegungsrechte für mehr als jede zweite Wohnung habe. "Schon im ersten Bauabschnitt kann die Stadt auf über 150 Wohnungen zugreifen", so Vilgertshofer, weil sie dafür ein "Vorauswahlrecht und Ankaufsrecht" habe. 190 geförderte Wohnungen kämen nach der "Sozialgerechten Bodennutzung" (Sobon) noch hinzu. Auch für zehn barrierefreie Mehrgenerationen-Wohnungen habe die Stadt ein zusätzliches Zugriffsrecht. Die Kritik der BI an der Dichte der Bebauung, die nicht zur Umgebungsbebauung passe, weist Vilgertshofer zurück: "Die geplante Bebauung ist genauso dicht wie die bereits vorhandene Bestandsbebauung in der Nachbarschaft." Würde die Bebauung weiter reduziert, wie von der BI gefordert, würde nicht günstigerer, sondern teurerer Wohnraum entstehen, so der Investor und fährt fort: "Der Anteil 'Boden' einer Bebauung ist in unserer Region der entscheidende Kostenfaktor." Zudem würde eine reduzierte Bebauung dem Grundsatz eines sparsamen Umgangs mit der Ressource Fläche und Boden zuwiderlaufen. Auch die Sorge, die Verkehrsbelastung werde unzumutbar steigen, versucht der Bauherr zu zerstreuen. Zwei unabhängige Verkehrsgutachten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass das vorhandene Germeringer Straßennetz dem zusätzlich ausgelösten Verkehr gut gewachsen sei. Der am Kreuzlinger Feld geplante Nahversorger und die kleinen Läden würden den Verkehr reduzieren, weil die dort ansässigen Bürger nicht mehr quer durch Germering zum Einkaufen fahren müssten. Baustoffe aus der Region, Firmen aus der näheren Umgebung, Photovoltaikanlage auf den Dächern, Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadt Germering - all dies würde zudem zur Nachhaltigkeit beitragen. Also würde für Vilgertshofer bei einem Bürgerentscheid auch folgende Entscheidung anstehen: "Für Schule, Kita, Nahversorger oder dagegen."

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