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Germering:Viele Fragen zum Kreuzlinger Feld

Reges Interesse: Zur Bürgerversammlung kommen mehr Germeringer als in den vergangenen Jahren.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Das Bauvorhaben im Westen der Stadt ist Hauptthema in der Germeringer Bürgerversammlung

Von Andreas Ostermeier, Germering

Der Diskussionsbedarf in Germering ist groß. Die mögliche Bebauung des Kreuzlinger Feldes mit mehrgeschossigen Häusern ist ein Thema, das viele Einwohnern der Stadt beschäftigt. Das zeigte sich am Mittwoch bei der Bürgerversammlung in der Stadthalle. Die Stuhlreihen im Amadeussaal waren sämtlich besetzt, zahlreiche Besucher stellten - per Zettel oder Rede - Fragen an die Verwaltung oder an Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU). Der hatte zuvor seinen Bericht abgegeben und dabei zweimal Beifall geerntet. Einmal, als er versprach, die Stadt werde am Bahnhof Germering auf eigene Kosten eine öffentliche Toilette errichten, das andere Mal für die Zusage, an den Straßenrändern weiterhin mit Blumen bepflanzte Wiesen anlegen zu wollen, die "im Frühjahr in voller Pracht aufblühen und uns erfreuen".

Das umstrittene Bauvorhaben im Kreuzlinger Feld sprach Haas in seinem Bericht auch an. Dabei ging es ihm - neben den Informationen zum gegenwärtigen Stand - darum, die Emotionen aus der bisher geführten öffentlichen Diskussion zu nehmen. So betonte der Oberbürgermeister mehrmals, dass bislang noch keine Entscheidungen gefallen seien. Die Rahmenplanung nannte er eine Grundlage weiterer Diskussionen im Stadtrat. Auch was Befürchtungen angeht, wie einen stark zunehmenden Verkehr im Westen der Stadt oder eine Überfüllung der weiterführenden Schulen dort, will Haas auf Argumente setzen. Er sagte deshalb zu, das Verkehrsgutachten zu den Auswirkungen einer Bebauung des Kreuzlinger Feldes auf den Autoverkehr in der kommenden Woche im Internet zu veröffentlichen. Auch was die Dichte der Bebauung angeht, will Haas vor einer Entscheidung erst die in Auftrag gegebene Demografiestudie für Germering lesen. Überdies müsse ein Lärmgutachten in die Entscheidung einbezogen werden, sagte Haas.

Auf die Forderung einer Fragestellerin, maximal dreigeschossige Häuser in dem möglichen Baugebiet zuzulassen, wollte Haas aber nicht eingehen. Ebenso verwahrte er sich gegen die Behauptung einer anderen Besucherin, Germering werde in den kommenden Jahren um 7000 Einwohner wachsen. Er kenne diese Zahl nicht, sagte Haas und verwies darauf, dass die Einwohnerzahl der Stadt seit 2008 pro Jahr um durchschnittlich etwa ein Prozent ansteige. Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 betrug die Zunahme gar nur 265 Einwohner, das entspricht 0,65 Prozent. Auf seine Rückfrage, woher die Fragestellerin die Zahl von 7000 zusätzlichen Einwohnern habe, konnte diese keine konkrete Quelle nennen. Die Zahl sei ihr zugetragen worden, sagte sie.

Auch zum Projekt einer Fahrradstraße südlich des Schienenstrangs von West nach Ost durchs Stadtgebiet hat der Stadtrat noch keine Entscheidungen getroffen. Das beschied Thomas Wieser, Fahrradbeauftragter der Stadt, einem Anwohner der Südendstraße, der mögliche Einbahnstraßenregelungen vor seiner Haustür ablehnte. Um in seine Einfahrt zu gelangen, müsse er Umwege fahren, sollte die Südendstraße abschnittsweise in gegenläufige Einbahnstraßen unterteilt werden, sagte er. Wieser antwortete, dass solche Einbahnstraßenregelungen in den Planungswerkstätten für eine Fahrradstraße vorgeschlagen worden seien. Die Vorschläge, die verhindern sollen, dass der Straßenzug zum Schleichweg wird, aber bieten laut Wieser nur eine Diskussionsgrundlage für die Stadträte.

Über das Stadium der Diskussion hinaus sind jedoch die Veränderungen, die im kommenden Jahr auf die vier Polizeiinspektionen im Landkreis zukommen. Denn von März an wird es nur noch drei geben, neben Germering sind das Fürstenfeldbruck und Olching. Die Inspektion in Gröbenzell wird aufgelöst, zwei Drittel der Polizisten sollen dann in Germering Dienst tun. Das sagte Germerings Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker auf Fragen aus den Reihen der Besucher. Doch nicht nur die Personaldecke der Germeringer Polizei wird etwas dicker, auch das Einsatzgebiet wächst, denn Puchheim und Eichenau kommen hinzu.

© SZ vom 16.11.2018
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