Germering Stilgerechtes Spektrum

Erst vor zehn Jahren eingeweiht: Einen Klang mit kurzer Nachhallzeit kreiert die Orgel der Unterpfaffenhofener Dorfkirche.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Orgel der Dorfkirche Sankt Jakob in Unterpfaffenhofen

Die Anforderungen an einen Orgelneubau sind heute äußerst vielfältig und orientieren sich meist daran, dass möglichst das ganze Repertoire an Orgelmusik von der Renaissance bis zur Gegenwart adäquat spielbar sein soll. Hinzu kommen die kirchenmusikalischen Erfordernisse in der Liturgie und die Frage, welche Musik sich der Pfarrer und der Kirchenmusiker überhaupt vorstellen. Dazu kommt, dass das Instrument auch optisch in den ja bereits bestehenden Kirchenbau passen muss. Als in der Dorfkirche Sankt Jakob vor zehn Jahren eine neue Orgel aus der Münchner Werkstatt von Christoph Kaps eingeweiht wurde, mussten auch hier bauliche Gegebenheiten im Kirchenraum und klangliche Wünsche in Einklang gebracht werden.

Das Brüstungsgehäuse und der Spieltisch der Orgel wurden aus massivem Eichenholz, das Schwellwerk aus fein gewachsenem Fichtenholz gefertigt. Die Eigenresonanz und die Klangeigenschaften des Instruments wurden durch den Einsatz dieser Hölzer grundgelegt und durch die Konstruktion mit Schlitz- und Zapfenverbindungen optimiert. Die Klangmöglichkeiten sind durch zahlreiche Spielhilfen schier unerschöpflich. Die Erarbeitung der Klangausrichtung durch den Orgelbau selbst und die anschließende Intonation führte zu einem Konzept, das den vielfältigen Vorstellungen gerecht wurde. Dabei war es ein besonderer Gewinn für den Klang, dass trotz der geringen Raumhöhe alle offenen Register bis zur tiefsten Pfeife in voller Länge ausgebaut werden konnten.

Da der Kirchenraum von Sankt Jakob eher klein ist, entsteht ein Klang mit kurzer Nachhallzeit, den man kammermusikalisch nennen kann. In barocker Pracht kann die Orgel machtvolle und zugleich glänzend-triumphierende Kraft entwickeln. Klassische Ausgewogenheit bezieht sich hier auch auf den Klang, denn zarte Oberstimmen können von gut darauf abgestimmten Begleitstimmen in der richtigen Balance sekundiert werden. Näselnd-quäkende Register und mit leichtem Vibrato angereicherte Kantilenen erweitern das mögliche Ausdrucksspektrum jeweils stilgerecht.