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Germering:Start mit Literatur

Wortfamilie liest in der Germeringer Cordobar

Von Lea Schellenberg, Germering

"Mit Poetry, Musik und Sparten!" So lautet das Motto, unter dem die Germeringer "Wortfamilie" am Freitagabend im Garten der Germeringer Cordobar eine Lesung gibt. Fünf Künstler und Künstlerinnen treten auf und lassen das Publikum an ihren literarischen Kunstwerken teilhaben. Die Lesung macht den Auftakt der Reihe "Tiny Concerts" und stellt somit das Comeback der Cordobar dar. Nachdem Kulturevents in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, können diese jetzt wieder unter einem strengen Hygienekonzept stattfinden.

Mate Tabula ist auch mit von der Partie. Sein Metier: humoristisches Storytelling. Der Autor und Texter aus Germering tritt seit 2014 auf deutschen Poetry Slams und Lesebühnen auf. Seine Leidenschaft für das Schreiben entwickelte sich während seines Literaturwissenschaftstudiums. Damals veranstaltete die Schreibwerkstatt jedes halbe Jahr eine Lesung. Dort habe er seine Texte vor anderen Studenten vorgetragen, und diese seien nicht schlecht angekommen, erzählt er.

Nach dem Studium fing er an in der Werbebranche zu arbeiten und schrieb Werbetexte. So konnte er auch weiterhin im Beruf ansprechende und humorvolle Zeilen schreiben. Er startete seinen Blog, auf dem er über seinen Alltag und sein Familienleben auf lustige Weise berichtet und die Ereignisse verarbeitet. Im Jahr 2014 gelang ihm auch sein erster großer Auftritt - beim Isar Slam vor 3000 Besuchern. Und seine Freude für das Vortragen war geweckt worden. Mittlerweile ist er Mitveranstalter der Lesebühne "Die Ziemlich besten Vorleser" und des schnellsten Poetry Slams Münchens mit dem Namen "Die Kiezmeisterschaft".

Am Freitag bringt er drei seiner Texte mit. Er erzählt von jungen weißen Männern in der deutschen Popmusik, die ihre Berufswahl vielleicht doch noch einmal überdenken sollten. Über ein Verbrechen in Germering, bei dem ein Geldautomat ausgeraubt wurde, was die Menschen auf Facebook so in Aufruhr versetzte, dass man hätte meinen können ein terroristischer Anschlag habe in der Stadt stattgefunden.

Und zu guter Letzt hat er einen Text über eine Netflix-Serie dabei: "Schnarcos". Zu dem Text wurde Tabula von der echten Netflix-Serie "Narcos" inspiriert. Die US-amerikanische Krimiserie dreht sich um die Drogenkartelle in den Achtziger- und Neunzigerjahren in Kolumbien. Sie porträtiert das Leben und den Tod des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar. Bei dieser Serie seien Mate Tabula und seine Frau auf der Couch zusammen eingeschlafen, sagt er. Das habe ihn dazu angeregt, darüber zu schreiben, wie er in den unpassendsten Momenten, wie zum Beispiel beim Wickeln seiner Tochter, einschlafe. So vergleicht er in seinem Text sich selbst als lethargischen und immer müden Vater mit dem skrupellosen Drogenboss Pablo Escobar.

Die Lesung findet im Garten der Cordobar und nur bei trockenem Wetter statt, da die Veranstaltung nicht nach innen verlegt werden kann. Die Besucherzahl ist auf 30 Personen beschränkt, der Zuschauerraum ist bestuhlt. Karten für den Abend können per E-Mail unter cordobar@gmx.de reserviert werden. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Einlass der Open-Air-Veranstaltung ist eine halbe Stunde vor Beginn um 18.30 Uhr. Mit dabei sind neben Mate Tabula die Künstler und Künstlerinnen Sophie Schuhmacher, Benedikt Hakel alias Ernst Froh, Linnea Moro und Martin Pollok alias Rhymemantiker.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass das Tragen einer Gesichtsmaske nötig ist, wenn man als Besucher die Toiletten aufzusuchen oder Getränke erwerben möchte. Wer einen guten Platz ergattern möchte, kann Plätze per E-Mail reservieren, um sicher zu gehen, den Worten und der Musik der Vortragenden ohne Probleme folgen zu können.

Cordobar, Bahnhofsplatz 16, Germering, Telefon 089/841 66 56, Email: cordobar@gmx.de, Homepage: www.cordobar.de, Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 19 Uhr

© SZ vom 10.07.2020

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