Germering:Spannende Aufgaben

Internationales Mütterforum in München, 2013

Kinder- oder auch Hausaufgabenbetreuung können zeitaufwendig sein, erfordern aber nicht zwangsläufig einer Fachausbildung.

(Foto: Catherina Hess)

Von Babysitten über Schulwegbegleitung bis zur Rasenpflege: In der Stadt werden Ehrenamtliche dringend gesucht

Von Ingrid Hügenell, Germering

In Germering werden dringend Ehrenamtliche gesucht. Von Babysitting bis Rasenpflege, von Fahrten zu Arztterminen zu Schulwegbegleitung und Biotop-Pflege - in vielen Feldern werden Freiwillige gebraucht, die mehrmals pro Woche oder vielleicht auch nur sporadisch unentgeltlich helfen wollen. Welche vielfältigen Möglichkeiten des Engagements bei welchen Organisationen es gibt, zeigt eine gemeinsame Info-Börse am Donnerstag, 28. Oktober, von 14 Uhr an im Mehrgenerationenhaus Zenja.

Der Termin der Börse zeigt, welche Zielgruppe in erster Linie angesprochen werden soll: Leute, die das Berufsleben hinter sich haben und nun eine sinnstiftende Beschäftigung suchen. Oder auch solche, die in Teilzeit arbeiten. Helfer aus dieser Zielgruppe seien durch die Pandemie oft ausgeschieden, um sich selbst zu schützen, erklärt Melanie Schillert von der Germeringer Insel, einer Anlaufstelle für alle Germeringer, die Rat und Hilfe im sozialen Bereich suchen. Die Hilfe kommt oft von Ehrenamtlichen. Die aber gehörten häufig selbst zu einer Risikogruppe und hätten sich trotz ausgefeilter Hygienekonzepte nicht getraut, ihr Ehrenamt weiterzuführen, sagt Schillert. Am meisten fehlten die Ehrenamtlichen bei der Unterstützung von Schülern, sagt Susann Deuschle von der Freiwilligenagentur der Germeringer Insel - bei der Hausaufgabenhilfe oder dem Lesenüben etwa - "die, die einzelne Schüler an die Hand nehmen" würden besonders vermisst. Im sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen und seelischen Belastungen brauche es Menschen, die sich längerfristig engagieren wollten, "damit sich eine Beziehung aufbauen kann". Das sei für ihre Klienten ganz besonders wichtig, erklärt Isabelle Fuhrmann.

Eigentlich fehle es überall, sagt Schillert, an Schulweghelfern ebenso wie an Fahrern, die Essen auf Rädern zu alten oder behinderten Menschen bringen. Mit am meisten würden Alltagshelfer gesucht, die gelegentlich den Rasen mähen oder einsame alte Menschen zu einem Spaziergang abholen. Der Sozialdienst Germering, die Caritas, die Freiwilligenagentur der Germeringer Insel und das Diakonische Werk vermitteln Aufgaben.

Bei der Info-Börse stellen die Organisationen sich und die Aufgabenfelder von 14 Uhr an in kurzen Vorträgen vor. Anschließend ist Zeit für persönliche Gespräche, um abzuklären, welche Aufgabe für wen passt. Wer am Tag der Info-Börse keine Zeit hat, aber trotzdem gerne ein Ehrenamt übernehmen möchte, kann sich unter www.germeringerinsel.de melden. Er bekommt dann eine individuelle Beratung.

Viele Ehrenämter kann man ohne besondere Ausbildung übernehmen, für andere werden spezielle Kurse angeboten, etwa zur Entlastung pflegender Angehöriger, für Babysitter, Alltagsbegleiter oder Demenzhelfer. Bei der Germeringer Insel gibt es für die Ehrenamtlichen als kleinen Anreiz zudem ein Bildungsprogramm, in dem zum Beispiel Yogakurse verbilligt angeboten werden.

© SZ vom 12.10.2021
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