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Germering:Ricoh kauft Docuware

Hersteller von Fotokopierern sichert die Eigenständigkeit der Germeringer Firma zu. Auch die Jobs sollen erhalten bleiben

Die Germeringer Firma Docuware wird an das japanische Unternehmen Ricoh, Hersteller von Fotokopierern, verkauft. Damit trennt sich Gründer Jürgen Biffar von den Anteilen an dem Unternehmen, das er groß gemacht hat. Auch alle anderen Teilhaber, unter ihnen Ex-Geschäftsführer Thomas Schneck und der amerikanische Investor Morgan Stanley, geben ihre Anteile an Ricoh ab. Der Verkauf der Firma für digitales Dokumentenmanagement soll im Sommer abgeschlossen werden, es brauche noch die Zustimmung von Wettbewerbsbehörden in Deutschland und Österreich, heißt es in einer Pressemeldung. Der Übernahmepreis wurde nicht genannt. Für die etwa 300 Mitarbeiter der Firma soll sich nichts ändern, Docuware bleibe als eigenständiges Tochterunternehmen ebenso erhalten wie die Arbeitsplätze in Germering, sagte Sprecherin Birgit Schuckmann am Dienstag.

Zum Verkauf der Firma sagte Jürgen Biffar, er sei "super glücklich" über den neuen Eigentümer, denn dieser lasse Docuware weiter agieren und trage zu einer Erweiterung der Vertriebswege für die Produkte aus Germering bei. Außerdem ist Ricoh, einer der weltweit größten Produzenten von Fotokopiergeräten, seit fast zwei Jahrzehnten Geschäftspartner, beide Unternehmen kennen sich gut. Biffar hat Docuware im Jahr 1988 gegründet. Nach 30 Jahren gaben er und Schneck im Herbst des vergangenen Jahres ihre Ämter als Geschäftsführer von Docuware auf. Nun scheiden sie auch als Aufsichtsräte aus. Docuware hat etwa 12 000 Kunden in mehr als 90 Ländern, die Software der Germeringer wird über ein Netzwerk von 600 Partnern vertrieben. Die Firma setzte im vergangenen Jahr 46,6 Millionen Euro um.

Er werde nur noch einen kleinen Beratervertrag für einige Monate haben, sagte Biffar. Inhalt des Vertrages ist der Umzug von Docuware in ein Geschäftshaus, das gerade am Kleinen Stachus errichtet wird. Danach möchte sich Biffar noch stärker ehrenamtlich betätigen. Momentan ist er Vorsitzender des Germeringer Wirtschaftsverbands und leitet den Digiclub. Diese Vereinigung soll helfen, Jugendlichen digitale Bildung zu vermitteln. Einen ähnlichen Klub, aber mit überregionaler Ausstrahlung, zu gründen, das soll die nächste Aufgabe von Biffar sein.

Den Verkauf von Docuware hätten er und sein Partner Thomas Schneck bereits seit Jahren vorbereitet, sagte der Firmengründer. In der Firma Ricoh sei nun der ideale Investor gefunden. Biffar ist sicher, dass das Germeringer Unternehmen auch ohne ihn wachsen wird. Sie solle noch mal so groß werden, wie sie schon geworden ist, wünscht er der Firma. Ähnliches erhoffen die beiden Docuware-Geschäftsführer Michael Berger und Max Ertl. Der Käufer sei ein starker Investor, der sicher stelle, dass die Germeringer Firma weiterhin wachsen kann, sagten sie zu der Übernahme durch Ricoh.

David Mills, Europa-Chef von Ricoh, will die Produkte von Docuware nutzen, um seinen Kunden Lösungen für die Digitalisierung von Arbeitsplätzen anbieten zu können. Die Germeringer Firma werde als eigenständige Tochtergesellschaft agieren, das Vertriebsnetz solle ausgebaut werden, sagte Mills. Seinen Worten nach können sich die Mitarbeiter auf die tatkräftige Unterstützung des neuen Eigentümers verlassen.