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Germering:Projekte kommen voran

Örtliche Sozialstiftung berichtet über Hospiz und Frauenhaus

Die beiden für den Landkreis und darüber hinaus wichtigen Projekte, ein Frauenhaus und ein Hospiz, kommen offenbar gut voran. Bei der Versammlung der Sozialstiftung Germering sagte Germerings Alt-Oberbürgermeister Peter Braun, die Vorplanungen für das Hospiz seien weit gediehen. Braun kümmert sich um dieses Projekt. Marcus Breu, stellvertretender Vorsitzender der Sozialstiftung, bestätigte das Gleiche für das Frauenhaus. Beide Projekte werden auf einem Grundstück an der Unteren Bahnhofstraße umgesetzt. Einen ersten Entwurf für die Gebäude gibt es bereits.

Das Frauenhaus soll acht Plätze bieten für Frauen, die Zuflucht suchen, weil sie es wegen der Gewalttätigkeit des Partners zu Hause nicht mehr aushalten. Breu versprach für das Frauenhaus ein kompaktes, vom Hospiz abgegrenztes Gebäude. Dieses werde nicht mehr versteckt, wie das gegenwärtige Schutzgebäude, benötige aber auch deshalb ein Sicherheitskonzept. Laut Breu wird der Eingang mit einer Sicherheitsschleuse versehen. Das Frauenhaus soll etwa 690 Quadratmeter Fläche haben. Es entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein "Frauen helfen Frauen" und dem Landratsamt als Träger der Einrichtung.

Keine Aufgabe des Landratsamtes ist hingegen der Betrieb eines Hospizes für todkranke Patienten. Deswegen bedarf es in diesem Fall der Gründung einer gemeinnützigen GmbH, die das Haus betreiben soll. An dieser GmbH wird sich das Landratsamt aber beteiligen, ebenso die Stadt Germering und der Hospizverein Germering. Die gemeinnützige GmbH muss pro Monat fünf Prozent der Kosten selbst erwirtschaften, vor allem wohl durch Spenden, denn Hospize erhalten maximal 95 Prozent ihrer Kosten von den Kassen bezahlt. Zudem muss sich der Träger um das Personal kümmern. Die Gründung der GmbH soll bald erfolgen. Die Sozialstiftung, der das Grundstück gehört, wird zum Vermieter der Träger-GmbH. Das Hospiz wird zehn Plätze anbieten; diese sind allerdings nicht nur für Personen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, sondern auch aus den Kreisen Starnberg, Landsberg und Dachau vorgesehen.

Die Germeringer Sozialstiftung wird nach den Worten ihres Vorsitzenden Christian Ganslmeier die erste sein, die ein Hospiz betreut. Entsprechend viele Vorarbeiten seien deshalb nötig, sagte Ganslmeier, der auch Stadtrat ist, bei der Versammlung. Er habe in den vergangenen Monaten viel mit Anwälten und Ämtern zu tun gehabt, denn auch die Satzung entsprach nicht den Anforderungen an die neuen Aufgaben. Mit den beiden Projekten stoße die Stiftung in eine "völlig neue Dimension" vor, sagte der Vorsitzende. Auch die Außenwirkung werde sich stark verändern, wenn das Büro der Stiftung an der Unteren Bahnhofstraße einzieht.

Etwa 2,4 Millionen Euro beträgt das Stiftungsvermögen - die Unterstiftungen betragen noch einmal gut drei Millionen . Das ist viel Geld, doch die Zinsen aus diesem Vermögen sind seit etlichen Jahren gering. Das beeinträchtigt die Arbeit der Sozialstiftung. Ganslmeier freut sich daher besonders über zweckungebundene Spenden. Diese könnten sofort für Projekte im Schul- und im karitativen Bereich eingesetzt werden.