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Germering:Neuer Chef für die Blumenfreunde

Peter Schaumeier soll den Bestand des Vereins sichern

Als die Fortführung des Vereins beschlossene Sache ist, klatschen sich die Germeringer Blumen- und Gartenfreunde vor Erleichterung selbst Beifall. 28 der etwa 140 Mitglieder waren ins Restaurant "Mythos" gekommen, um bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den 105 Jahre alten Vereins zu retten. Im Juli hatte es noch so ausgesehen, als würden sich die Gartenfreunde mangels Vorstandskandidaten zum Jahresende auflösen. Jetzt zeichnet sich ab, dass bis zum 31. März wieder ein dreiköpfiger Vorstand gewählt wird, der den Verein fortführt. Der kommissarische Vorstand um Albert Metz hat in den vergangenen Wochen einen großen Teil des Vereinsvermögen zusammengehalten. Neuer Vorsitzender der Gartenfreunde wird Peter Schaumeier, ein 40-jähriger Maschinenbauingenieur, der in Niederbayern aufgewachsen ist. Er habe dort gemeinsam mit seinem Vater Obstbäume geschnitten. Als Vorsitzender will er Brücken bauen zur nächsten und übernächsten Generation. Besonders Familien mit Kindern sieht er als Zielgruppe für den Verein, deren Mitglieder in die Jahre gekommen sind. Gegründet wurde der Verein Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten noch existenzielle Notwendigkeit war. Seit 1971 gab sich die Vereinigung den Namen Blumen- und Gartenfreunde.

Schaumeier sowie zwei Mitstreiterinnen wurden einstimmig als kommissarischer Vorstand eingesetzt. Offiziell wird der neue Vorstand am 11. März bei der nächsten Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt. Gefunden hat Schaumeier die Germeringerin Ilona Stamm, die "hobbymäßig im Garten unterwegs ist", wie sie sagte. Auch Eva Brunhuber hat ihre Mitarbeit zugesagt. Sie lebt seit 29 Jahren in Germering. Die 62-jährige Mutter von vier Kindern hatte bereits vor einigen Wochen erklärt, dass sie sich dafür einsetzen will, dass der Verein nicht zum Kaffeekränzchen verkommt.

Der langjährige Vorsitzende Albert Metz war froh über die neue Entwicklung. Schien doch der Verein nach dem Auflösungsbeschluss vom Juli beerdigt gewesen zu sein. "Ich bleibe normales Mitglied", versprach Metz, der Schaumeier seine Unterstützung in der Übergangsphase zusagte. Ebenso wie die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Marianne Lindinger und Annemarie Grunow. Auch der anwesende Kreisvorsitzende der Blumen- und Gartenfreunde, Andreas Knoll, freute sich über die "Wiedergeburt" des Germeringer Vereins und will den neuen Vorsitzenden ebenfalls unter die Arme greifen. Die Aufteilung des Vereinsvermögens hatte Metz bereits vorausschauend gestoppt. So wurde die angestrebte Produktion eines Fotobuches für die Mitglieder nicht weiter verfolgt. Auch der Beschluss vom Juli, der Stadt Germering acht Parkbänke für insgesamt 2800 Euro zu stiften, wurde jetzt korrigiert. Die Versammlung sprach sich einhellig dafür aus, der Stadt nur vier Parkbänke zu spenden. So konnten zusammen etwa 2000 Euro gespart werden, so dass der neue Vorstand um Peter Schaumeier mit einem ordentlichen finanziellen Grundstock arbeiten kann. Der Vereinschef in spe möchte vor allem die Außendarstellung, also das Image des Vereins, verbessern und die Internetseite möglichst bald auf Vordermann bringen.