Germering:Naturschützer haben Zulauf

Lesezeit: 2 min

Ortsgruppe Germering ist besonders auf ihre wachsende Kindergruppe stolz. Doch nun muss eine weitere Betreuungskraft gefunden werden

Von Karl-Wilhelm Götte

Die Germeringer Ortsgruppe des Bund-Naturschutz (BN) ist nicht nur mit ihrer Stellungnahme gegen den Bebauungsplan der Stadt am Kreuzlinger Feld zu einem wichtigen gesellschaftlichen Faktor in der Großen Kreisstadt geworden. In den vergangenen Jahren ist die Mitgliederzahl von 400 auf aktuell 568 gestiegen, so der letzte Stand, verkündet bei der virtuellen Jahreshauptversammlung.

"Das ist dem Klimawandel geschuldet", sagt BN-Vorsitzende Annette Kotzur. Besonders stolz ist die Ortsgruppe auf ihren Nachwuchs. Die Kinder beteiligen sich so zahlreich, dass es einen Aufnahmestopp und eine Warteliste gibt.

Während der Corona-Pandemie war es auch für die Naturschützer nicht so einfach, ihre Aktivitäten einigermaßen aufrechtzuhalten. Zumal Annette Kotzur seit ihrer Wahl zur Vorsitzenden vor zwei Jahren nur Corona-Zeiten erlebt hat. Wenn es Veranstaltungen und Aktivitäten gab, konnten die nur draußen stattfinden. "Wir hatten nur einen Online-Vortrag", erinnert sich Kotzur. "Hoffentlich hält das Jahr 2022 keine weiteren negativen Überraschungen für uns bereit", formuliert sie einen vorsichtigen Ausblick auf das laufende Jahr.

Draußen war vor allem ohne Pause die Kindergruppe unterwegs. Auch die Kinder mussten zu bestimmten Zeiten Abstand halten oder konnten nur zu zweit oder in einer Familie aktiv sein. Bei der Jahreshauptversammlung treten Leni, acht Jahre, Noah, zehn Jahre, und Miriam, elf Jahre, in kurzen Filmszenen auf und schwärmen vom Tierspuren suchen im Wald, vom Lagerfeuer mit Stockbrot oder vom Bau eines Ästelagers. Miriam war übrigens erst sechs Jahre, als sie zur Kindergruppe kam. Duie Gruppe ist in fünf Jahren auf 20 Kinder angewachsen, die sich regelmäßig alle vier bis fünf Wochen samstagsmorgens am Germeringer See treffen. "Das sind unsere Naturkinder - wer es noch nicht ist, kann es werden", sagt Betreuerin Madlen Roithmaier. "Sie treffen sich drei Stunden bei Wind und Wetter ohne einen Schutzraum." So gibt es keinen Bauwagen als Unterschlupf. Roithmaier leitet die Kinder zusammen mit Stefanie Pockrandt-Gauderer an. Beide sind Naturpädagogen und Pockrandt-Gauderer zusätzlich noch Umweltpädagogin. Sie konfrontieren die Kinder mit allem, was draußen in der Natur vor sich geht. Zuletzt haben sie den Froschtümpel am Germeringer See freigeschnitten. "Kinder sägen gerne", sagen die Betreuerinnen übereinstimmend, die vorrangig Umweltbildung betreiben. Müll im Wald würde die Kinder besonders stören, den würden sie sofort aufräumen. Zu den schönen Erlebnissen gehört der abendliche Lichterpfad mit Teelichtern am Biotop vorbei. "Nachts im Wald übernachten", sagt Roithmaier als Ausblick, "das wäre fällig." Mal sehen, ob es Corona zulasse. Interessierte Kinder können sich bei der Ortsgruppe auf eine Warteliste setzen lassen (germering@bund-naturschutz.de). "Wir wünschen uns eine dritte Betreuerin oder Betreuer", sagt Pockrandt-Gauderer. Dann wären vielleicht mehr Kinder möglich.

Mehr aktive Mitstreiter bei den Erwachsenen wünscht sich auch Annette Kotzur. Die Kasse würde das hergeben. Exakt 5487 Euro, etwa 2000 Euro mehr als im Vorjahr, stehen aktuell zur Verfügung, wie Kassier Franz Herold zufrieden berichtete. Auch für das Thema "Feuer" in diesem Jahr, mit sich die Kinder ebenfalls beschäftigen werden. "Was brauche ich zum Feuermachen?", sagt Pockrandt-Gauderer, sollen die Kinder lernen. Auch die "Königsdisziplin - Feuer bohren" sollen sie ausprobieren, also mit so lange reiben, bis eine Falmme entsteht.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB