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Germering:Mit dem Bus nach Freiham

Germering und der Landkreis bauen Nahverkehr aus

Von Andreas Ostermeier, Germering

Bis zu acht Buslinien sollen von Dezember 2021 an am S-Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen erreicht werden. Nutzer öffentlicher Busse können dann zu mehr Zielen innerhalb der Stadt sowie in Nachbarkommunen aufbrechen. So wird es beispielsweise eine Linie nach Freiham geben. Die Stadt Germering und der Landkreis richten zu diesem Zweck neue Linien ein. Hermann Seifert, im Landratsamt zuständig für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), stellte das neue Buskonzept am Dienstag vor.

Fahren alle diese Linien, dann ist überall im Stadtgebiet eine Bushaltestelle nah. Mithilfe der geplanten neuen Linie 859 werden auch die Wohngebiete südlich der Bahnlinie in Harthaus erschlossen. Diese Linie fand im Stadtrat besonders Anklang. Werkreferent und CSU-Stadtrat Christian Ganslmeier, dass künftig nicht nur im "wilden Westen" der Stadt, sondern auch im "nahen Osten" öffentliche Busse verkehrten. Zusammen bilden die Linien 858 und 859 eine Route durch die Stadt, die der Zahl acht ähnelt. Die Busse, die am Polariom die Nummer wechseln, fahren von dort über die Stadtmitte bis zur Kriemhildstraße sowie vom Bahnhof Harthaus über den Volksfestplatz zum Freibad.

Weniger Veränderungen soll es auf der Linie 851 geben, sie verliert die Schleife über die Kriemhildstraße und fährt nicht mehr zum S-Bahnhof Germering. Die Linienführung von Bus 857 soll unverändert bleiben, eine Erweiterung der Route ins Gewerbegebiet Nord könnte aber während der nächsten Jahre hinzukommen, heißt es in den Unterlagen der Stadtverwaltung. Die neuen Verträge für die Buslinien 851, 857 und 858 sollen für sieben Jahre (ab Dezember 2021) abgeschlossen werden. Ein neuer Vertrag ist auch für die Linie 852 nötig. Die Busse auf dieser Route befördern viele Schüler zwischen Fürstenfeldbruck, Alling und Germering. Etwa 900 Fahrgäste pro Tag nutzen die Linie von Montag bis Freitag.

Innerhalb des Stadtgebiets ist an Werktagen ein 20-Minuten-Takt vorgesehen. In Betrieb sein sollen die Busse von etwa 5.30 Uhr am Morgen bis 22.30 Uhr am Abend. An Sonn- und Feiertagen soll zwischen acht und 18 Uhr einmal pro Stunde ein Bus die Haltestellen seiner Strecke im Stadtgebiet abfahren.

Mit der Linie 885 soll eine neue Nummer, aber keine neue Route zum Busangebot hinzukommen. Diese Busse fahren auf der Strecke der Linie 260, allerdings nur bis Planegg. Gedacht ist die Linie für die Beförderung von Schülern. Sie wird auch nur morgens und am Nachmittag bedient. Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen über eine Linie 157. Sie ersetzt die Linie 856 und soll vom Kerschensteiner Gebiet aus nach Freiham und eventuell Pasing fahren. Betreiber der Linie soll die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sein (deshalb auch die niedrige dreistellige Liniennummer). Für Germering hat das den großen Vorteil, dass die Linie auch von der MVG finanziell unterhalten wird. Nach Freiham soll aber noch ein zweiter Bus fahren. Vorgesehen ist, dass die Linie 860 den östlichen Landkreis mit Freiham verbindet. Die Busse mit dieser Nummer fahren von Olching über Eichenau, Puchheim Ort und Germering in den neuen Münchner Stadtteil. In Germering fährt diese Linie über die Augsburger und Münchner Straße, ein Halt am Bahnhof Germering ist nicht vorgesehen.

Keinen neuen Betreiber sucht die Stadt für die Linie 886 zum Germeringer See. Dafür werden unter anderem finanzielle Gründe genannt. Ohnehin rechnet die Kämmerei der Stadt mit Kosten in Höhe von einer bis 1,1 Millionen Euro pro Jahr, die aus dem Germeringer Haushalt zugeschossen werden muss, um den Betrieb der Buslinien 851, 857, 858 und 859 zu finanzieren.

Die neuen Buslinien bedeuten allerdings noch nicht den Einstieg in neue Antriebsarten. Seifert sagte, dass sämtliche Busse, möglicherweise als Hybrid-Fahrzeuge, noch bis 2024 mit Diesel betrieben würden. Erst danach sei an die Anschaffung von strombetriebenen Fahrzeugen oder solchen mit Wasserstofftechnologie zu denken. Der ÖPNV-Planer aus dem Landratsamt begründete diese Aussage mit der noch fehlenden Lade-Infrastruktur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.

© SZ vom 26.11.2020
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