Germering:Königliches Turnier

Schachkreis-Meisterschaften in der Stadthalle

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Da werden die Köpfe ordentlich rauchen: 205 Schachspieler haben sich für die Einzelmeisterschaften im Amadeussaal der Germeringer Stadthalle angemeldet. Jeder Tisch wird benötigt, um alle Denksportler unterzubringen. Die Akteure müssen Kondition und Ausdauer haben, wird doch von Donnerstag bis Sonntag gespielt, ehe die Kreismeister in allen Kategorien und Altersklassen feststehen. Der Schachkreis Zugspitze ist riesengroß und umfasst alle Landkreise des südwestlichen Oberbayern bis nach Garmisch. 27 Vereine bilden den Schachkreis, der über etwa 1150 organisierte Spieler verfügt. Darunter sind fast 40 Prozent Kinder und Jugendliche. Auch die werden in Germering ihre Meister von der U 10 bis U 18 ermitteln. Titel werden auch an die Senioren und die teilnehmenden Damen vergeben.

Natürlich steht die Meisterklasse eins - die höchste Spielkategorie, im Blickpunkt. Hier spielen die besten Schachspieler des Zugspitz-Kreises die Meistertrophäe aus. Ein Seriensieger der vergangenen Jahrzehnte ist nicht mehr dabei. Der Maisacher Andreas Zach, der den Titel fünfmal gewonnen hat, ist vor einem Jahr plötzlich verstorben. 24 M 1-Spieler werden sich um die Meisterschaft vier Tage lang duellieren. Darunter sind gleich mehrere ehemalige Turniersieger. Ganz oben auf der Rangliste thront Albert Kaunzinger, der auf 2205 Ranglistenpunkte kommt. Kaunzinger spielt für den SC Gröbenzell und hat das Turnier bereits zwei Mal gewonnen. Allerdings liegen seine Erfolge von 2006 und 2009 schon einige Jahre zurück.

Andree Schlosser vom TuS Fürstenfeldbruck hat ebenfalls zwei Meisterschaftserfolge (1994 und 2004) in seiner Vita. Zum engsten Favoritenkreis gehören zudem Sebastian Finsterwalder vom Gautinger SC, der auch schon zweimal gewinnen konnte und Bernd Salvermoser von den SF Starnberger See. Eine Außenseiterchance räumen Fachleute auch Nachwuchsmann Lorenz Gauchel, 16, vom ausrichtenden Schachklub Germering ein, der vor einigen Jahren in der U 10 und U 12 den Jugendtitel gewonnen hat. "Nachwuchsprobleme haben wir also nicht", stellt Franz Köhl, Vorsitzender des SK Germering, fest. Nur junge Mädchen kommen kaum noch zum Schachspielen. Hundert Mitglieder hat der Germeringer Klub.

Gespielt werden bei den Meisterschaften sieben Runden mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für jeden Spieler. Die 90 Minuten gelten für die ersten 40 Züge. Werden mehr Züge benötigt, reduziert sich die Bedenkzeit auf 30 Sekunden pro weiteren Zug. "Damit will man die Partien beschleunigen", erklärt Köhl. Neben dem Amadeussaal ist der komplette erste Stock in der Stadthalle mit Schachspielern belegt, um alle Meisterschaften auszutragen. Nach einer Partie setzen sich die Kontrahenten gerne noch einmal zusammen, um ihre Partien zu analysieren. Für die Fehlersuche gibt es einen eigenen Raum: das Nachtasyl im dritten Stock der Germeringer Stadthalle.

© SZ vom 05.01.2017
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