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Germering:Kleines Bienenglück

Eine Glockenblumen-Scherenbiene sammelt Pollen an einer Glockenblume.

(Foto: oh)

Lehrreiche Fotoausstellung in der Stadtbücherei

Franziska und Florian Fröhlich haben einen großen Garten in Germering, in dem eine relativ kleine Ecke mit überwiegend heimischen Blühpflanzen viele Insekten anlockt. Auf weniger als 20 Quadratmetern konnten die beiden mehr als 20 Wildbienenarten beobachten und mit der Spiegelreflexkamera fotografieren. Das ist gar nicht so einfach, wie Franziska Fröhlich erzählt. "Die Wildbienen fliegen viel schneller weg als Honigbienen." Über eineinhalb Jahre entstanden so hunderte Bilder, von denen nun etwa hundert in der Germeringer Stadtbibliothek zu sehen sind. Die Ausstellung öffnet den Blick auf die unterschiedlichen Arten.

Seit fünf Jahren leben die Fröhlichs in dem Haus mit dem Garten, den sie zum Naturgarten umgestalten. Die beiden sind weder Fotografen noch Gärtner oder Biologen. Die 38-jährige Franziska Fröhlich ist Informatikerin, ihr gleichaltriger Mann Ingenieur. Das Wissen über die Wildbienen haben sie aus Büchern bezogen. Für die Ausstellung haben sie es kompakt zusammengefasst. Die Bilder zeigen - fast immer auf einer Blüte - etwa Maskenbienen, die auf den ersten Blick wie Fliegen aussehen oder die Gelbbindige Furchenbiene (Wildbiene des Jahres 2018), die man für eine Wespe halten könnte, bei der Nahrungssuche. Dazu haben die Fröhlichs kurze präzise Erklärungen gestellt.

So erfährt man etwa, dass die Glockenblumen-Scherenbiene nur an Glockenblumen Nektar und Pollen sammelt und dass die Larven von Wespenbienen und Kuckuckshummel parasitisch von anderen Bienen leben. Viele Wildbienen bauen ihre Nester im Boden. Nur ein Viertel der mehr als 500 Wildbienenarten in Bayern nehmen Nisthilfen an. Viele legen ihre Kinderstube im Boden an - wie die Sandbienen, die sich in dem großen Kübel eingenistet haben, in dem Fröhlichs eine kleine Salweide haben.

Nicht alle Tiere sind genau bestimmt, bei vielen Insekten ist das selbst für Spezialisten schwierig und oft nur mithilfe eines Mikroskops möglich. Doch die Vielfalt auf kleinstem Raum ist erstaunlich. "Wichtig sind die richtigen Futterpflanzen", erklären Fröhlichs. Wiesenpippau, Ehrenpreis, Ysop, Salbei, Margerite und Wegwarte liefern den Insekten Nektar und den für die Ernährung der Larven wichtigen Pollen. Wo man die Pflanzen bekommt, erfahren Gartenbesitzer, die es den Fröhlichs nachmachen wollen, in der Ausstellung auch. Die hoffen, dass ihre beeindruckenden Großaufnahmen viele Menschen dazu anregen, ihren Garten wildbienentauglich zu gestalten.

Die Ursachen des Insektensterbens werden ebenfalls auf einer Tafel thematisiert, ebenso mögliche Lösungen. "Die Fläche aller Privatgärten in Deutschland ist etwa sechsmal so groß wie die aller Naturschutzgebiete" - dieses Zitat aus der Zeitschrift "Kraut & Rüben" zeigt für die Fröhlichs die große Bedeutung, die Gärten für die Erhaltung der Bienen und anderer Insekten haben.

Die Ausstellung "Germeringer Wildbienen" ist noch bis 31. August in der Stadtbibliothek zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei.