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Germering:"Furchtbar aufregend und einmalig"

Kathrin Schmidt Lesezeichen Germering

Katrin Schmidt.

(Foto: Privat)

Buchhändlerin Katrin Schmidt nimmt an Online-Gesprächsrunde mit Angela Merkel teil

Interview von Anna Schorr, Germering

Katrin Schmidt, eine der beiden Inhaberinnen der Buchhandlung Lesezeichen in Germering, war eine von 14 Teilnehmern in einem Onlinedialog mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dabei ging es um die Situation der Kunst- und Kulturszene in der Pandemie.

Frau Schmidt, wie sind Sie zu der Teilnahme an dem Dialog mit Frau Merkel gekommen?

Ich bin Mitglied im Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Die Bundesregierung hat für das Gespräch Teilnehmer bei den Interessenverbänden angefragt. und die Verbände haben dann entschieden, wer entsendet wird. Und da ist die Wahl auf mich gefallen.

Wie ist das Gespräch abgelaufen?

Es fing mit einem Orchestermusiker an. Jeder Teilnehmer hatte circa vier bis sechs Minuten Zeit, das war praktisch ein One-Shot, den man da hatte. Das Gespräch ging dann zwischen einem selbst und der Kanzlerin so zwei bis drei Mal hin und her und der Moderator hat von einem zum anderen weitergeführt. Wenn man zu einem Themenbereich etwas hinzufügen wollte, sollte man das in den Chat schreiben. Es war sehr spannend, wie sich das Gespräch durch alle Branchen gezogen hat und jeder etwas Neues beitragen konnte.

Wie war es, mit Angela Merkel persönlich zu sprechen?

Furchtbar aufregend und einmalig. Man hat gemerkt, dass sie ein sehr kontrollierter Mensch ist, aber zwischendrin ist doch immer wieder die Person Angela Merkel durchgespitzt, die ein echtes Interesse an den Themen der Teilnehmer hat. Man hatte das Gefühl, dass das Gespräch wirklich ernst genommen wurde und dass es ankommt. Man musste vorher auch nicht seine Fragen einsenden, und es gab kein Skript. Trotzdem wusste Frau Merkel bei den Fragen, die teils ja auch recht speziell waren, gleich, was Sache ist. Das fand ich sehr beeindruckend.

Was haben Sie aus dem Gespräch für sich mitgenommen?

Ich habe gesehen, dass Angela Merkel aus einer anderen Metaebene auf die Thematik schaut. Außerdem finde ich es gut und wichtig, auch für unsere Gesellschaft, wenn man immer wieder auch auf die eigene Branche aufmerksam macht, denn Politiker können nicht an alles denken. Und so bekommt man zudem etwas von anderen Branchen mit. Der Dialog war also sehr spannend und man hat Verständnis für die vielfältigen Probleme der Pandemie bekommen.

© SZ vom 30.04.2021
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