Süddeutsche Zeitung

Germering:Fest der Verständigung

In Germering findet eine Interkulturelle Woche statt

Zum 30. Mal findet in diesem Jahr das Internationale Begegnungsfest statt. Zur Feier diese Jubiläums veranstaltet die Stadt nun eine Interkulturelle Woche. "Wir machen 17 Veranstaltungen in acht Tagen", verkündet Manuel Leupold. Zielgruppe sind nicht nur Germeringer, sondern auch die ausländischen Mitbürger, Migranten und Flüchtlinge. Leben doch in Germering 6500 Bürgerinnen und Bürger aus mehr als hundert Nationen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Das sind immerhin 16,3 Prozent der Einwohner. Nicht mitgezählt sind die Migranten, die in den vergangenen Jahrzehnten eingebürgert worden sind. Am 7. Oktober werden im Rahmen einer Einbürgerungsfeier in der Stadtbibliothek weitere 56 Menschen deutsche Staatsbürger. "Diese Neubürger kommen aus 25 Nationen", erläutert Leupold. "Jährlich sind es zwischen 50 und 80 Personen."

Auch die aktuelle Flüchtlingsbewegung hat ihren Platz in der Interkulturellen Woche. So kommt Hassan Ali Djan aus München am 8. Oktober in die Stadtbibliothek und liest aus seinem Buch "Afghanistan. München. Ich. - Meine Flucht in ein besseres Leben." Musik, Tanz, Feiern und die Behandlung ernster Themen sind in den acht Tagen zu erleben. Das Begegnungsfest findet diesmal am 4. Oktober von 12 Uhr an auf dem Platz vor der Stadthalle statt. Der Platz eignet sich bestens dafür, dass sich auch die Germeringer zu dem Fest einfinden und die Akteure von Mukule bis zum Türkisch-Islamischen Kulturverein nicht mit ihren schmackhaften Essensangeboten unter sich bleiben, wie in den Jahren zuvor im Volksfestzelt. Tanzgruppen und Musik der Osumara Beats mit Afro und Jazz und Xango mit afro-brasilianischen Klängen locken die Besucher.

Neugierig macht ein Filmprojekt von Vera Greif. Sie hat über mehrere Monate verschiedene in Germering ansässige Personen mit Migrationshintergrund im Alltag begleitet. Herausgekommen ist ein Film, der die "facettenreichen Chancen, Grenzen und Perspektiven" auslotet, so die Ankündigung. Der Film wird am 5. Oktober in der "BlackBox" der Stadthalle gezeigt. Filmautorin Greif wird sich anschließend der Diskussion mit den Besuchern stellen.

Hauptverantwortlich für das Zustandekommen der Interkulturellen Woche ist Manuel Leupold. Der wird in Germering seit einigen Jahren als "Integrationsfachkraft" geführt. Allerdings war Leupold nur halbtags angestellt. Zwei Jahre lang arbeitete er deshalb auch noch halbtags mit ähnlicher Aufgabenstellung in Puchheim. Seit diesem Jahr ist er in Vollzeit für Germering tätig. "Ich kann mich hier auf eine schon länger bestehende Vernetzung stützen", sagt Leupold. Er nutzt die bestehenden Strukturen und bringt die Akteure zum Handeln. So kamen auch 17 Veranstaltungen für die Festwoche zusammen.

Integriert in die Woche wurde auch eine parteipolitische CSU-Veranstaltung mit Bernd Posselt am 4. Oktober. Der 59-jährige Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft beschäftigt sich mit dem Thema "Herausforderung an die Integration in Deutschland und Europa im Spiegel der Geschichte". Eine anschließende Diskussion mit dem Redner ist ausdrücklich erwünscht.

Höhepunkte der Interkulturellen Woche sind sicherlich der Auftritt von Jobarteh Kunda, eine siebenköpfige Band, die am 8. Oktober mit African Roots, Hip-Hop, und Reggae Afrocaribbean Dance Music darbieten und einen Abend später der Besuch des Gitarristen und Komponisten Luis Borda, den die Germeringer Grünen engagiert haben.

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Quelle:
SZ vom 29.09.2015
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