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Germering:Demo statt Unterricht

Wer sich am Schulstreik beteiligt, muss mit einem Verweis rechnen

Entgegen den Auskünften des Sekretariats des Germeringer Max-Born-Gymnasiums vom vergangenen Freitag haben doch etwa 30 Schülerinnen und Schüler der zehnten bis zwölften Jahrgangsstufe am Schulstreik und der Aktion "Fridays for Future" in München teilgenommen. Es war ein bundesweiter Aktionstag von Schülern für mehr Klimaschutz und knüpfte an die permanente Demonstration einer Schülerin vor dem schwedischen Parlament in Stockholm an. "Die Schüler sind nach der zweiten Schulstunde nach München gefahren", teilte die MBG-Schülerin Johanna Baumann der SZ am Montag mit. Sie geht in die zehnte Klasse und hat selbst an der Demonstration in München teilgenommen. Für ihre "Zivilcourage", wie Baumann sagt, rechnen die 30 Schüler mit einem Verweis.

"Es muss nicht unbedingt einen Verweis geben", meint MBG-Schulleiter Robert Christoph. Er spricht von einem "berechtigten Anliegen seiner Schüler", nur könne er sie dafür nicht vom Unterricht befreien. Die Schulsprecher und Schüler seien in Vorgesprächen auf ihn zugekommen und hätten ihre Aktion angekündigt. Wie er jetzt darauf reagieren wird, will er noch mit dem Lehrerkollegium besprechen. Christoph neigt ähnlich wie sein Schulleiter-Kollege Georg Gebhard vom benachbarten Carl-Spitzweg-Gymnasium dazu, "pädagogisch" zu reagieren. So könnten Gespräche über Grundwerte, Aktionen für mehr Klimaschutz und die Schulpflicht, die die jeweilige Schule gewährleisten muss, stattfinden. Christoph hofft darauf, dass jetzt nicht jeden Freitagmorgen Schüler dem Unterricht fernbleiben. "Vielleicht könnten die Schüler ihre Demonstration wie die Schülerin in Schweden auch nachmittags außerhalb der Schulzeit ansetzen", so der Wunsch des MBG-Rektors.