Germering:Ausrangiert

Lesezeit: 2 min

Germering: Der erste Spatenstich ist gesetzt: Germeringer Feuerwehrleute und Oberbürgermeister Andreas Haas an der Baustelle an der Augsburger Straße.

Der erste Spatenstich ist gesetzt: Germeringer Feuerwehrleute und Oberbürgermeister Andreas Haas an der Baustelle an der Augsburger Straße.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Künftig muss die Germeringer Feuerwehr ihre Einsatzfahrzeuge nicht mehr platzsparend hintereinander parken. Das 30 Jahre alte Spritzenhaus erhält nun einen Anbau

Von Karl Wilhelm-Götte, Germering

Stolz reihen sich die Germeringer Feuerwehrleute in ihren Festtagsuniformen zum offiziellen Spatenstich auf. Die Feuerwehr an der Augsburger Straße bekommt einen Anbau samt zweier Wohnungen für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Seit Anfang November wird bereits die Baugrube ausgehoben, Ende des nächsten Jahres soll der Erweiterungsbau fertig sein. Er wird 5,5 Millionen Euro kosten.

"Das ist ein beträchtlicher Betrag, mit diversen Zuschüssen wird der geringere Teil ausgeglichen", teilt Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) der Spatenstich-Versammlung hinter dem bestehenden Feuerwehrhaus mit. "Wir können es kaum erwarten", hielt Feuerwehr-Kommandant Michael Kleiber mit seiner Vorfreude nicht hinter dem Berg. Vor allem der zusätzliche Platz für die Einsatzfahrzeuge begeistert Kleiber und seine freiwilligen Mitstreiter. Bisher mussten die sieben Fahrzeuge platzsparend hintereinander untergebracht werden. "Die stapeln sich in der Halle", formuliert Kommandant Kleiber drastisch. "Bei Alarmbereitschaft zählt häufig jede Sekunde", so der Germeringer Feuerwehrchef, da halte das Rangieren der Einsatzfahrzeuge zu sehr auf. Das ständige Rein- und Rausfahren sei nicht mehr zumutbar. Man müsse zudem die Vorgaben des bayerischen Feuerwehrgesetzes einhalten, das würde eine Ausrück- und Anfahrzeit von achteinhalb Minuten vorschreiben.

Das bisherige Feuerwehrhaus ist ziemlich exakt 30 Jahre alt. Dort erfolgen parallel unter anderen Umbauten in der Atemschutzwerkstatt und im Umkleidetrakt. Das L-förmige Gebäude wird ziemlich dicht an die gerade entstandene neue Wohnbebauung angrenzen. Es werden vier größere und drei kleinere Fahrgassen entstehen, so dass in einem Jahr alle Einsatzfahrzeuge freie Fahrt haben werden. Auch das freiwillige Personal ist in Germering weiterhin vorhanden, wie Kleiber mitteilt. Er selbst ist seit fast 18 Jahren Kommandant. 85 Aktive habe die Germeringer Feuerwehr, zählt er auf. Darunter sind 19 Frauen. Auch beim Nachwuchs stimmt es. 18 Jugendliche gehören ebenfalls zur Feuerwehr. "Wir haben einen guten Zulauf", so Kleiber zufrieden. Auch tagsüber müssten sich die Germeringer keine Sorgen machen: "Wir haben 16 Mann Tagesalarmstärke." Frauen werden da bei Mann mitgezählt. Auch unter Corona seien alle bei der Stange geblieben. "Das Home-Office hat uns sogar geholfen", unterstreicht Kleiber. "Für die Feuerwehr ist das gut." Zwei Feuerwehren, die in Germering und die in Unterpfaffenhofen am Starnberger Weg, gewährleisten in der 41 000-Einwohner-Stadt den Brandschutz für die Bewohner. "Wir ergänzen uns gut", bekräftigt Kleiber. Gemeinsame Übungen würden regelmäßig stattfinden, auch bei Einsätzen passe die Zusammenarbeit. Doch nicht nur Brände werden gelöscht. Ende Oktober wurde die Feuerwehr in die Untere Bahnhofstraße gerufen, weil ein Pkw gegen die Hauswand eines Gebäudes gefahren war und weggeschleppt werden musste. Etwa 250 Einsätze werden jedes Jahr gefahren. Die Freiwillige Feuerwehr in Germering gibt es übrigens schon seit 1873, somit steht bald das 150-jährige Jubiläum an.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB