Germering Arbeiten an Bahnstromtrasse beginnen

In der kommenden Woche rücken die Bagger an. Über eine Klage wollen Anwohner noch entscheiden.

Von Andreas Ostermeier

Während die Vorarbeiten für die Verlegung der Bahnstromtrasse bereits begonnen haben, überlegen Anwohner der Kerschensteinerstraße noch, ob sie gegen das Vorhaben klagen sollen. Nach Auskunft von Johann Höckenrainer, dem Vorsitzenden der Eigenheimsiedlung Kreuzlinger Forst, ist innerhalb der Initiative noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob man vor Gericht ziehen will. Eine Klage muss bis 30. September eingereicht werden.

Höckenrainer sagte, die Mitglieder der Initiative seien "enttäuscht", weil ihre Argumente gegen die über 50 Meter hohen Masten, die südlich der Lindauer Autobahn aufgestellt werden sollen, vom Eisenbahn-Bundesamt "nicht gewürdigt" worden seien. "Der Bescheid ist etwas einseitig", sagte Höckenrainer.

Unter den Stadträten wurde der Bescheid des Eisenbahn-Bundesamtes hingegen begrüßt. Germerings Zweiter Bürgermeister Wolfgang Andre (CSU) sagte, es freue ihn "außerordentlich", dass eine Verlegung der Bahnstromleitungen aus der Stadt heraus an die südliche Peripherie zustande komme. Germering wird sich dadurch laut Andre "zum Positiven verändern", denn nun eröffneten sich neue Gestaltungsräume in der Stadt.

Das Eisenbahn-Bundesamt hatte Ende August der Stadtverwaltung die Plangenehmigung für die Verlegung der 110-Kilovolt-Leitung zugeschickt. Die Genehmigung bedeutet, dass mit den Bauarbeiten sofort angefangen werden kann. Weitere Entscheidungen sind nicht nötig. Daraufhin sind die Besitzer der Flächen, auf denen Masten errichtet werden, von der Genehmigung unterrichtet worden. Momentan werden die Areale unter der neuen Trasse angeschaut, hieß es in der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses.

Laut des vorgelegten Bauablaufplanes soll in der kommenden Woche mit den Erdarbeiten begonnen werden. Die neuen Masten sollen bis Anfang Dezember aufgestellt werden. Danach werden die Stromleitungen gespannt. In der Woche vor Weihnachten soll der Strom für Züge und S-Bahnen dann in den neuen Leitungen fließen. Erst im Anschluss daran kann mit dem Abbau von Leitungen und Masten im Stadtgebiet von Germering begonnen werden. Die Demontage der Seile und Masten ist für Ende Januar bis Mitte Februar des nächsten Jahres vorgesehen.

Würde das über Germering führende Stück der Leitung, die Strom von Kochel nach Pasing befördert, nicht verlegt werden, hätte es saniert werden müssen. Im vergangenen Winter hatten Arbeiter vier Stahlträger gesichert, damit sie die Last von Eis und Schnee tragen können. Der Zustand der Masten habe sich "erheblich verschlechtert", hieß es.

Bereits im Jahr 2007 kündigte die Deutsche Bahn eine Überholung an. Das war der Auslöser für die Versuche, die Starkstromkabel ganz aus den Wohngebieten zu verbannen. Die Kosten dafür muss Germering tragen, im Haushalt sind 2,2 Millionen Euro dafür vorgesehen.