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Germering:60 neue Mehrfamilienhäuser

Ausbildung für Erzieher

Der Zuzug von Familien macht den stetigen Ausbau von Betreuungseinrichtungen für Kinder nötig. Momentan sind in Germering Kitaplätze unbesetzt, weil Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Mit der Errichtung neuer Wohngebäude auf dem Kreuzlinger Feld steigt auch der Bedarf an weiteren Erziehern. SPD-Stadträtin Eike Höppner, Referentin für die Kindertagesstätten, schlägt deshalb vor, in dem neuen Baugebiet auch eine Ausbildungsstätte für Erzieher unterzubringen. Davon erhofft sie sich, dass in Germering ausgebildete Kräfte auch in Germering bleiben und dort arbeiten. Eine solche Fachakademie für Sozialpädagogik solle in unmittelbarer Nähe von Kindergarten und Krippe liegen, schreibt Höppner in einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU). In diesem Fall könnten Auszubildende gleich Theorie und Praxis verbinden.

Gleichzeitig müsse sich die Stadt aber auch Gedanken machen, wie die frisch ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher in Germering gehalten werden könnten. Denn der neue Münchner Stadtteil Freiham liegt nahe, und die Landeshauptstadt lockt Pädagogen mit Extrazulagen, denn auch München sucht ständig nach Betreuungspersonal. Nun soll die Germeringer Stadtverwaltung prüfen, ob die Errichtung einer Ausbildungsstätte für Erziehungspersonal in Germering sinnvoll und möglich ist. ano

Die Stadt will mit den Planungen für Wohngebiet im Kreuzlinger Feld beginnen

Im Kreuzlinger Feld im Westen von Germering soll ein Wohngebiet entstehen. Der Stadtrat hat am Dienstag die dafür notwendigen Beschlüsse gefasst. Bislang ist über ein Wohngebiet an dieser Stelle diskutiert worden, nun beginnt das Verfahren, das zu einem Bebauungsplan führen soll. Für ein solches Verfahren auf der Grundlage des bisherigen Rahmenplans votierten Stadträte von CSU, SPD und Parteifreien, Grüne, ÖDP und FDP stimmten dagegen. Sie kritisierten die bislang geäußerten Vorstellungen für das Baugebiet als zu groß dimensioniert.

Dieser Kritik kamen die Befürworter ein Stück weit entgegen. So sollen die neuen Gebäude auf dem Gelände maximal vier Geschosse haben. Auch erhielt die CSU fast einstimmige Unterstützung für ihren Antrag auf ein neues Verkehrsgutachten für den Germeringer Westen. Das Gutachten soll zudem nicht von dem Büro verfasst werden, das das vorliegende angefertigt hat. CSU-Fraktionssprecherin Manuela Kreuzmair begründete diese Forderung damit, Neutralität ins Verfahren bringen zu wollen. Gerade das vorliegende Verkehrsgutachten ist von den Anwohnern des Baugebiets kritisiert worden.

Nach momentanem Stand sollen auf dem Kreuzlinger Feld 60 Wohngebäude entstehen, sieben zweigeschossige, 28 dreigeschossige und 25 mit vier Geschossen. Allerdings umfasst der ins Auge genommene Bebauungsplan nicht das gesamte Feld, denn nicht alle Grundstückseigentümer haben bislang einer Bebauung ihres Geländes zugestimmt. Mit einigen von diesen gebe es aber Verhandlungen, hieß es in der Sitzung.

Die Befürworter einer Bebauung sind sich in einer Frage uneinig. So will die SPD das von der CSU durchgesetzte Verbot von fünfgeschossigen Gebäuden im Bebauungsplanverfahren ins Wanken bringen. Das kündigte Fraktionssprecher Robert Baumgartner an. Insbesondere der mit der Beschränkung der Gebäudehöhe verbundene Verlust von etwa 45 Wohnungen schmerzt die Sozialdemokraten. Sie möchten nämlich möglichst viele sozial geförderte Wohnungen haben. Da 30 Prozent der Wohnungen nach sozialen Kriterien vermietet werden sollen, bedeutet die Reduzierung in etwa ein Minus von 15 sozial geförderten Wohnungen.

Übereinstimmend betonten Kreuzmair, Baumgartner und Martina Seeholzer von der Fraktion FWG/UBG, das Konzept für eine Siedlung biete eine Chance und sei besser als ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Grundstücken und Häusern. Wert legt CSU-Stadtrat Oliver Simon auch auf die Möglichkeit, mithilfe der neuen Gebäude Wohnraum für Ortsansässige schaffen zu können, so beispielsweise für junge Leute, die das elterliche Zuhause verlassen möchten.

FDP-Stadtrat Peter Klotz sprach sich gegen das Projekt aus. Als größte Schwierigkeit bezeichnete er den entstehenden Verkehr und verwies darauf, wie belastet die Landsberger Straße bereits jetzt sei: "Es passt nicht", sagte er. Auch für Agnes Dürr und die Grünen passt es nicht. Dürr begründete das Nein ihrer Fraktion damit, dass es in den künftigen Diskussionen nicht zu einer wesentlichen Reduzierung der Bebauung kommen werde. Dies aber ist für sie notwendig. Die von der CSU durchgesetzte Reduzierung genüge nicht, fügte Dürr hinzu. Maximilian Streicher (ÖDP) bezeichnete das Projekt ebenfalls als zu groß dimensioniert. Der Stadtrat führte auch die Zuschriften aus der Einwohnerschaft an, die meist negativ ausfielen.

© SZ vom 04.07.2019
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