Geplant für 2021 Entlastungslinie

In Olching soll zum Dezember 2021 ein zweiter Stadtbus eingesetzt werden. Mit einer besseren Vernetzung will die Stadt ihre Bürger animieren, auch beim Einkaufen das eigene Auto mal stehen zu lassen

Von Katharina Knaut, Olching

Zu viel Verkehr, zu viel Chaos - vor allem in Olchings Hauptstraße ein Dauerbrennerthema. Dem will der Stadtentwicklungsausschuss nun Abhilfe schaffen und hat in der Sitzung am Donnerstagabend einstimmig der Einführung einer zweiten Buslinie zugestimmt. Die innerstädtische Linie 831 soll die bestehende Linie 835 entlasten und den Anreiz schaffen, in der Stadt auf das Auto zu verzichten.

Die vorläufige Streckenführung sieht vor, den Olchinger See und die Möslstraße im Gewerbegebiet in einer Pendellinie miteinander zu verbinden. Auf der Route liegen dabei Schlüsselstellen wie das Schwaigfeldcenter, die Hauptstraße mit Nöscher- und Volksfestplatz sowie das Kom und das Grundstück am Großen Berg, auf dem die Stadt einen größeren Bau plant. Dieser Verlauf soll die Wohngebiete an der Roggensteiner Straße und am Schwaigfeld besser anbinden. Auch fahren die Busse die Haltestelle Olchinger See wieder an, ein Wunsch, der in mehreren Anfragen geäußert wurde.

Mit der zweiten Linie bestünde für mehr Olchinger Gelegenheit, ihre Einkäufe und Besuche in der Stadt zu erledigen, ohne mit dem eigenen Wagen fahren zu müssen und damit die Hauptstraße zu entlasten.

(Foto: Günther Reger)

Die Vernetzung soll es den Olchinger ermöglichen, Besorgungen ohne das eigene Fahrzeug zu erledigen. Das wünscht sich Bürgermeister Andreas Magg. "Das gibt den Anreiz, sein Auto beispielsweise am Volksfestplatz stehen zu lassen und zwischen den Einkaufsmöglichkeiten zu pendeln." Ziel ist, auf diese Weise die viel befahrene Hauptstraße zu entlasten.

Zwei neue Busse sollen von Dezember 2021 im 20-Minuten-Takt auf der neuen Linie fahren. Statt den üblichen zwölf Meter langen Busse schlägt die Stadtverwaltung dabei eine verkürzte Version mit zehn oder elf Metern vor. Diese sogenannten Standardkurzbusse bieten rund 75 bis 85 Fahrgästen Platz. Außerdem empfiehlt die Verwaltung den Einsatz von Hybridfahrzeugen, die teils mit Kraftstoff, teils elektrisch betrieben werden. Diese könnten 200 bis 300 Meter mit Strom fahren, erklärt Hermann Seifert, ÖPNV-Fachmann im Landratsamt Fürstenfeldbruck. Das Anfahren und Anhalten sei damit abgedeckt. Außerdem seien sie leiser, was vor allem in bewohnten Gebieten von Vorteil sei.

Eine Buslinie durch das Stadtgebiet gibt es bereits in Olching, mit der Linie 834 soll im Dezember 2021 eine zweite hinzukommen.

(Foto: Günther Reger)

Die Variante, vollständig elektrisch betriebene Fahrzeuge einzusetzen, schloss der Ausschuss in Anbetracht der beträchtlichen Mehrkosten von 80 Prozent gegenüber eines Dieselbusses aus, da dies einen Preis von mindestens 600 000 Euro pro Jahr zur Folge hätte.

Nach dem Start der Buslinie Ende 2021 schätzt die Verwaltung die Betriebskosten für die Hybridfahrzeuge in den Jahren 2022 und 2023 zwischen 385 000 und 427 000 Euro, ohne Einberechnung von Fahrgeldeinnahmen und Fördermitteln. Vor allem Tomas Bauer, Fraktionsvorsitzender der CSU, äußerte angesichts dieser Kosten Bedenken. Seifert ist allerdings überzeugt, dass es sich lohnt. Rund 2500 Fahrgäste nutzten die bestehende Linie pro Werktag, führte er aus. "Das sind relativ viele für die Linie." Mit der neuen Linie könne man zusätzliche Fahrgäste gewinnen.

Die Planungen zur neuen Strecke hängen auch mit der anstehenden Ausweitung der Route 834 zusammen. Diese soll ebenfalls von Ende 2021 an von Olching über Eichenau und Puchheim bis nach Germering führen. Ziel ist, durch die Route 831 beide neuen Buslinien zu bündeln und eine stringente Verknüpfung zu ermöglichen.