EnergiewendeGeothermie-Trio steckt Claim ab

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Ein ähnlicher Bohrturm könnte in ein paar Jahren auch bei Germering und Puchheim stehen: Baustelle für das Geothermie-Heizkraftwerk Laufzorn II bei Oberhaching.
Ein ähnlicher Bohrturm könnte in ein paar Jahren auch bei Germering und Puchheim stehen: Baustelle für das Geothermie-Heizkraftwerk Laufzorn II bei Oberhaching.
Johannes Simon
  • Die Projektgesellschaft Zukunftswärme M-West erhielt die Aufsuchungserlaubnis für Geothermie auf 72 Quadratkilometern um Germering und Puchheim.
  • Die geplante Geothermie-Anlage soll 52 Megawatt Wärme liefern und kostet geschätzt 172 Millionen Euro.
  • Bei planmäßigem Verlauf soll die gemeinsame Geothermie-Anlage in sieben Jahren, etwa 2033, in Betrieb gehen.
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Gemeinsam mit den Stadtwerken München wollen Germering und Puchheim die Erde anzapfen, um Fernwärme zu nutzen. Mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis ist ein weiterer Meilenstein erreicht.

Von Stefan Salger, Germering, Puchheim

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Die Projektgesellschaft Zukunftswärme M-West (ZMW), der neben den Stadtwerken München auch die Städte Germering und Puchheim angehören, ist der gemeinsamen Nutzung der Erdwärme einen entscheidenden Schritt nähergekommen: Für ihren beantragten „Claim“ auf dem Gebiet der beiden im Landkreis Fürstenfeldbruck liegenden Städte sowie benachbarter Gemeinden ist die Aufsuchungserlaubnis erteilt worden. Das bedeutet, dass der ZMW in einem 72 Quadratkilometer großen Gebiet, das Germering und Puchheim sowie Nachbarkommunen umfasst, das Vorrecht eingeräumt wird, „geothermisches Potenzial zu erkunden und zu erschließen“, wie ZMW-Geschäftsführerin Christine Cröniger erklärt.

Im November bei der Vorstellung des Projekts im Puchheimer Kulturzentrum (von links): Robert Budde (Bayernwerk Natur), Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas, Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl und Christine Cröniger, Geschäftsführerin der gemeinsam gegründeten Projektgesellschaft Zukunftswärme M-West.
Im November bei der Vorstellung des Projekts im Puchheimer Kulturzentrum (von links): Robert Budde (Bayernwerk Natur), Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas, Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl und Christine Cröniger, Geschäftsführerin der gemeinsam gegründeten Projektgesellschaft Zukunftswärme M-West.
Stefan Salger

Den entsprechenden Antrag hatte die Projektgesellschaft im August beim bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gestellt. „Mit dem positiven Bescheid ist eine wichtige Grundlage für unser Vorhaben geschaffen“, so Cröniger.

Eine Machbarkeitsstudie soll bis Herbst Erkenntnisse über den besten Standort bringen für die Anlage mit ihren acht Bohrlöchern, die 52 Megawatt Wärme liefern soll. Gerechnet wird mit 90 Grad warmem Wasser, die Gesamtkosten werden auf 172 Millionen Euro geschätzt. An den Kosten wie auch den Erträgen wird Puchheim mit 15 und Germering mit 25 Prozent beteiligt sein, den Löwenanteil übernehmen die Stadtwerke München.

Mit Hilfe der mit Rüttelplatten ausgestatteten „Vibro-Trucks“ wird nach geeigneten Standorten für die Tiefengeothermie gesucht.
Mit Hilfe der mit Rüttelplatten ausgestatteten „Vibro-Trucks“ wird nach geeigneten Standorten für die Tiefengeothermie gesucht.
DMT Group

Bis der Weg zur Wärme aus der Tiefe frei ist, sind allerdings noch weitere Genehmigungen erforderlich. Läuft alles nach Plan, dann soll die gemeinsame Geothermie-Anlage in sieben Jahren, also etwa 2033, in Betrieb gehen.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck prüfen auch die Fürstenfeldbrucker Stadtwerke zurzeit die Nutzung der Tiefengeothermie und wollen das heiße Wasser ins Fernwärmenetz einspeisen. Der Claim, den sie im Auftrag der Kreisstadt gemeinsam mit den Partnergemeinden Emmering sowie Maisach abgesteckt haben, umfasst 66 Quadratkilometer. Ein gemeinsames Projekt der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau an der Autobahn 8 in Geiselbullach bei Olching ist schon weiter: Im September ist am Rande der Müllverbrennungsanlage der erste Spatenstich ausgeführt worden. Dort soll aus 2100 Metern Tiefe 73 Grad heißes Wasser gefördert werden.

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