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Genug für alle:Lebensmittel ausreichend vorhanden

Die Versorger und Händler im Landkreis berichten von gefüllten Lagern und gesichertem Nachschub. Wichtig ist allen der Schutz der eigenen Mitarbeiter

Die Lebensmittelversorgung für den Landkreis ist nach wie vor gesichert. Das zeigen Gespräche mit verschiedenen im Landkreis ansässigen Supermarktketten. Produkte wie Drogerieartikel oder Konserven werden zwar besonders nachgefragt, doch sie können durch eine Umstellung der Lieferungen stets schnell nachgefüllt werden. In allen Supermarktketten werden verschärfte Hygienemaßnahmen ergriffen, die nur leicht variieren. Neben der geforderten Einhaltung eines Mindestabstands zwischen den Kunden werde auch viel Wert auf eine hygienische Bezahlung gelegt. Die angesichts der Krisensituation erlaubte Verlängerung der Öffnungszeiten dagegen wird von den Supermärkten bislang noch nicht genutzt, um so die Belastung der Mitarbeiter nicht noch weiter zu erhöhen.

Aldi

Bei Aldi werden die Mitarbeiter in vielen Filialen bereits mit Plexiglas von den Kunden abgeschirmt. "Das dient vor allem dem Schutz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen", erklärt die Pressestelle der Supermarktkette. Weitere Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel Abstandsmarkierungen und Hinweisschilder, die um Kartenzahlung bitten. Bis 25 Euro könne die Bezahlung mit Karte sogar kontaktlos erfolgen. Die Bitte des Supermarkts zeigt Wirkung, denn bereits die Hälfte aller Aldi-Kunden bezahle inzwischen mit Karte. Was das Hamstern von gefragten Artikeln, wie zum Beispiel Konserven, anbelangt, berichtet Aldi inzwischen von einer leichten Entspannung. Falls einmal gewisse Artikel stark gehortet werden, obliegt es der Verantwortung der einzelnen Filialen im Landkreis, wie sie den Verkauf regulieren. Auch wenn einzelne Standardartikel besonders nachgefragt seien, sei Aldi darauf vorbereitet und erhöhe bereits seine Lagerbestände. Der Pressestelle versichert, dass die Versorgungslage auch zu Ostern gesichert sei. Damit es trotzdem nicht zu vorübergehenden Lieferengpässen kommt, bittet die Supermarktkette, nicht mehr zu lagern, als im Alltag verbraucht werde. Auf verlängerte Öffnungszeiten oder einen Verkauf am Sonntag verzichte die Supermarktkette ausdrücklich, um der belasteten Belegschaft in dieser Ausnahmesituation auch Ruhepausen zu verschaffen.

AEZ

Udo Klotz ist Geschäftsführer vom Amper-Einkaufs-Zentrum (AEZ), das verschiedene Filialen im Landkreis betreibt. Angesichts der Krise gebe es erhebliche Mehrarbeit, sagt Klotz. Doch das AEZ sei hier "sehr gut aufgestellt". Warenengpässe zum Beispiel beim Toilettenpapier würden maximal ein bis zwei Stunden anhalten. Aber nicht die Fülle des Angebots, sondern das Wohl seiner Angestellten als wertvollstes Gut sei eigentlich die größte Sorge, sagt Klotz. Aus Rücksicht auf die Beschäftigten gebe es daher auch keine verlängerten Ladenöffnungszeiten. "Da machen wir nicht mit. Unsere Mitarbeiter benötigen auch mal ihre Ruhezeit". Zum weiteren Schutz der Verkäufer wurden in den Märkten ebenfalls Plexiglasscheiben im Kassenbereich montiert, die Verkäufer und Kunden voneinander trennen sollen. Der "große Hype", wie Klotz den Kundenansturm der vorigen Woche bezeichnet, sei inzwischen vergangen. Das Hamstern habe abgenommen, und ohnehin sei der Kunde in der Masse schlauer als man zuerst anzunehmen möge. So erklärt der Geschäftsführer, die Kundschaft verteile sich gut auf die gesamte Öffnungszeit gut verteilen und stehe maximal an der Frischetheke oder am Bäckerstand an.

Samstag, 21. März 2020 - 1. Tag der  Ausgangsbeschränkungen in Bayern zur Eindämmung des Corona Virus

Im AEZ in der Schöngeisinger Straße werden pro Kunde maximal zwei Packungen Klopapier verkauft. Damit genug für alle da ist.

(Foto: Matthias F. Döring)

Rewe

Auch die Pressestelle von Rewe berichtet davon, dass die Warenversorgung nach wie vor stabil sei. Es gebe eine erhöhte Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Konserven, Nährmitteln und Drogerieartikeln, auf die die Supermarktkette mit einer entsprechend erhöhten Belieferungsfrequenz antworte. Je nach Filiale bestehe die Möglichkeit, den Verkauf einzelner Waren temporär zu regulieren, was jedoch schon vor der Coronavirus möglich gewesen sei. Zum Schutz der Mitarbeiter halte man sich an das umfassende HACCP-Konzept, das den hygienischen Umgang mit Lebensmitteln vorgibt, und versorge die Mitarbeiter zusätzlich mit Handdesinfektionsmitteln, Hygienehandschuhen und pflegenden Handcremes. Durch Aufkleber am Boden werde außerdem auf den Mindestabstand hingewiesen. Auf verlängerte Öffnungszeiten oder einen Sonntagsverkauf werde verzichtet, sagt die Rewe-Pressestelle. Die Mitarbeiter "brauchen in dieser Ausnahmesituation auch einen Tag ohne Einsatz im Markt", erklärt die Supermarktkette.

Unser Land

Das regionale Lebensmittelnetzwerk "Unser Land", zu dem auch die Solidargemeinschaft Brucker Land gehört, kann für die Lebensmittelgeschäfte nach wie vor die Versorgung während der Corona-Pandemie aufrechterhalten. "Die Unabhängigkeiten von globalen Strukturen macht es für uns als regionales Netzwerk möglich", sagt Steffen Wilhelm, der Geschäftsführer der Unser Land GmbH. Sowohl Erzeugung und Verarbeitung als auch Handel erfolgen innerhalb der Region. Nichtsdestotrotz seien geschicktes Planen und volles Engagement der Mitarbeiter erforderlich. "Unser Team arbeitet über seine persönlichen Grenzen hinaus daran, der gestiegenen Nachfrage unserer Kunden gerecht zu werden", sagt Wilhelm über den erhöhten Stress für alle Mitarbeiter.

Lebensmittel

Beim Regionalversorger Unser Land sieht man sich aktuell gut gerüstet.

(Foto: Unser Land/oh)

Edeka

Edeka Südbayern lege wie die anderen Märkte ebenfalls viel Wert auf die Entlastung der Mitarbeiter und halte an den klassischen Öffnungszeiten fest, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie vielerorts stehe die Gesundheit der Mitarbeiter an oberster Stelle. Neben den bereits üblichen Plexiglasbarrieren und weiteren Vorkehrungen könnten Mitarbeiter daher auf Wunsch auch Einweghandschuhe sowie zusätzliche Hygieneschulungen erhalten, teilt die Pressestelle des Marktes mit. Außer- dem habe man eine Anlaufstelle zur Corona-Krise für Mitarbeiter und Kaufleute eingerichtet.

Seitens der Kunden nehme man wahr, dass diese positiv auf die Hygienemaßnahmen in den Märkten reagieren und diese gut umsetzen. Zur Unterstützung dienten hierbei Informationsaushänge und Durchsagen, die unter anderem auf die Einhaltung des Abstands zu Anderen und die Priorisierung von bargeldlosem Bezahlen hinweisen, erklärt die Pressestelle des Marktes weiter.

Dass es aufgrund erhöhter Nachfrage Engpässe bei einzelnen Waren und Artikeln gebe, sei kein Grund zur Sorge: Man arbeite hart daran, Lücken zu schließen. Die Großhandelslager seien "weiterhin ausreichend gefüllt".

© SZ vom 27.03.2020

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