Gemeinderat tritt erstmals zusammen:Gröbenzeller Kontinuität

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Gemeinderat tritt erstmals zusammen: Mit Abstand: Bürgermeister Martin Schäfer (rechts) vereidigt Gröbenzells neuen Dritten Bürgermeister Gregor von Uckermann. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie tagt der Gemeinderat in der Dreifachturnhalle der Wildmooshalle, manche tragen deshalb eine Maske.

Mit Abstand: Bürgermeister Martin Schäfer (rechts) vereidigt Gröbenzells neuen Dritten Bürgermeister Gregor von Uckermann. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie tagt der Gemeinderat in der Dreifachturnhalle der Wildmooshalle, manche tragen deshalb eine Maske.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) kann in der neuen Amtsperiode mit seinem Vize Martin Runge (Grüne) weiterarbeiten. Zweiter Stellvertreter wird mit Gregor von Uckermann wieder ein junger SPD-Mann

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

20 zu 11. So sieht das Kräfteverhältnis von Linksliberaleren und Konservativen im neuen Gemeinderat aus. Mit ihrer deutlichen Mehrheit haben die Unabhängige Wählergemeinschaft Gröbenzell (UWG), Grüne, SPD und FDP am Donnerstagabend bei der konstituierenden Sitzung in der Dreifachturnhalle im Freizeitheim Gröbenzell die Richtung für die nächsten sechs Jahre vorgegeben. Etwa, dass Martin Runge Zweiter Bürgermeister bleibt. Auf CSU-Herausforderer Anton Kammerl, der bei der Kommunalwahl im März gegen Bürgermeister Martin Schäfer von der UWG angetreten war, entfielen elf Stimmen. Zum zweiten Stellvertreter wählte das nun 30 Gemeinderäte plus Rathauschef zählende Gremium Gregor von Uckermann von der SPD.

"Ich glaube, das ist eine gute Mischung", sagt Schäfer nach der Wahl seiner beiden Vertreter. Die Troika aus den etwa gleichaltrigen Schäfer und Runge sowie dem deutlich jüngeren von Uckermann ist im Grunde die Fortsetzung der Mannschaft aus der vorigen Amtsperiode. Auch da hatten der Rathauschef und sein Stellvertreter mit Axel von Walter einen deutlich jüngeren Dritten Bürgermeister von der SPD. Und wie sein Vorgänger ist der 30-jährige von Uckermann Jurist, zusätzlich aber auch ausgebildeter Sänger.

Runges Wahl kommentiert Schäfer mit den Worten: "Ich bin froh, dass wir gemeinsam weiterarbeiten dürfen." Die Wiederwahl hatte Peter Falk (SPD) mit den Worten vorgeschlagen: "Wir finden, dass Martin Runge das bisher sehr gut gemacht hat." Die bisherige CSU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Böttger weist bei ihrem Vorschlag, den CSU-Bürgermeisterkandidaten zu Schäfers Stellvertreter zu machen, darauf hin, dass "die CSU als stärkste Fraktion sich mit dem Wunsch, den Zweiten Bürgermeister zu stellen, an Sie richtet". Doch ihr Hinweis beeinflusst das Wahlergebnis nicht zu Kammerls Gunsten.

Die Wahl des Dritten Bürgermeisters gewinnt durch die Tatsache an Spannung, dass es drei Vorschläge gibt und zwei davon auf Frauen entfallen - im überwiegend männlich geprägten Politikbetrieb ein gravierendes Argument. Wie bei der ersten Wahl Falk geht nun Runge vor ans Mikrofon. Auf das mit 18 Prozent überraschend gute Wahlergebnis verweisend sowie auf die hohe inhaltliche Kompetenz, welche er sich in kürzester Zeit erarbeitet habe, schlägt er den 30-Jährigen von Uckermann vor. Von Thomas Eichler (CSU) kommt der Vorschlag, mit Böttger eine Frau in das Amt zu wählen. Immerhin hätten die Wähler die langjährige Gemeinderätin und frühere Kulturreferentin von Listenplatz 30 nach vorne gehäufelt.

"Das zeigt die Akzeptanz in der Bevölkerung", argumentiert er. "Ich würde auch gerne eine Frau als Dritte Bürgermeisterin sehen", sagt Wolfgang Netschert von den Freien Wählern. Er schlägt seine Fraktionskollegin Cornelia Aicher-Leonbacher vor. Den Wahlgang - schriftlich und geheim wie der davor - gewinnt der männliche Kandidat mit 17 Stimmen, Böttger bekommt zehn, Aicher-Leonbacher vier.

Als es an die Verteilung der Referate geht, erfährt die CSU weitere Dämpfer. Schäfer erläutert zunächst die geäußerten Änderungs- und Teilungswünsche, darunter die Bitte, das Referat für Soziales und Wohnungsbau zusammenzufassen. Der Vorschlag wird mit 19 zu zwölf angenommen. Als Böttger im Anschluss erklärt: "Ich finde die Kombination schwierig", nimmt das der Bürgermeister mit Verweis auf die soeben erfolgte Abstimmung zur Kenntnis. Der Posten geht schließlich an Peter Falk als einzigen Bewerber. Für das Referat Gewerbe und Wirtschaftsförderung gibt es zwei Bewerber: Michael Jaumann (CSU) und Wolfgang Netschert (FW). Beide sind neu im Gremium, Jaumann war aber schon einmal Gemeinderat, damals für die Freien Wähler, da hatte er als Gewerbereferent unter anderem die Oldtimerrallye nach Gröbenzell geholt. Netschert gewinnt mit 22 zu neun Stimmen.

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