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Fürstenfeldbruck:Zu wenig Geld für die S 4

Bruck / Eichenau: FEATURE S-Bahn

Das Angebot auf der S 4 wird sich künftig eher verschlechtern als verbessern, fürchten Verkehrsexperten.

(Foto: Simon)

Bundesweiter Fördertopf wird wohl nicht aufgestockt

Der Bundestag wird die Mittel für den regionalen Schienenverkehr und damit für den Ausbau der S 4 zwischen Pasing und Eichenau am Freitag aller Voraussicht nach nicht mehr erhöhen. Kein Gehör würde demnach ein Antrag von Kommunalpolitikern aus dem Landkreis finden. Die Puchheimer Stadträte Wolfgang Wuschig und Reinhold Koch (UBP), Thomas Brückner vom Brucker Verkehrsforum sowie der Bahnexperte Ralf Wiedenmann hatten gefordert, die Summe im Topf des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) von 332 auf wenigstens 500 Millionen aufzustocken. Dafür sollten sich die Abgeordneten bei der abschließenden Haushaltsberatung am Freitag im Bundestag einsetzen und andernfalls gegen den Etat stimmen.

Mit GVFG-Mitteln werden Schienenbauten im ganzen Bundesgebiet gefördert. 2012 waren die Kosten für einen viergleisigen Ausbau der Strecke bis Buchenau vom Freistaat mit 340 Millionen angegeben worden, inzwischen sollen nur noch drei Gleise bis Eichenau verlegt werden.

Die Kommunalpolitiker und Verkehrsexperten fürchten, dass aufgrund des geplanten S-Bahntunnels in München für die Außenstrecken nichts übrig bleibt. Das Angebot auf der S 4 werde sich sogar verschlechtern. Sie kritisieren auch, dass die bayerische Staatsregierung den Ausbau der S 4 aus dem Bundesförderprogramm für Projekte des Schienennahverkehrs veranlasst hat. Von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), in dessen Stimmkreis die Endhaltestelle Geltendorf liegt, habe man zum S-4-Ausbau noch nichts gehört.

Die Grünen hatten vorgeschlagen, den Etatposten auf eine Milliarde Euro aufzustocken, was die große Koalition ablehnte. "CSU und SPD haben es mit ihren großzügigen Wahlversprechen zum Ausbau der S 4 nicht ernst gemeint", rügte Beate Walter-Rosenheimer, Abgeordnete der Grünen aus Germering. Sie erinnerte daran, dass die S4 zu den am meisten befahrene Linien der Münchner S-Bahn gehört. Die Belastung wird sich in Zukunft verschärfen, weil immer mehr Menschen in den Landkreis ziehen. "Die Große Koalition verschließt davor die Augen und setzt weiterhin stur auf den Straßenverkehr", rügte Walter-Rosenheimer. Sie kündigte an, dass die Grünen unter anderem deswegen am Freitag den Haushaltsentwurf ablehnen werden.

Die CSU-Abgeordnete Gerda Hasselfeldt aus Eichenau konnte sich aufgrund ihrer vielen Termine in Berlin am Donnerstag bis Redaktionsschluss nicht äußern. Ihre Mitarbeiterin versicherte jedoch, dass eine Erklärung nachgereicht wird.

© SZ vom 25.11.2016 / bip

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