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Fürstenfeldbruck:Welle der Hilfsbereitschaft

Asylhelfer

Helfer informieren im Fliegerhorst über den Deutschuntericht für Asylbewerber.

(Foto: Günther Reger)

Mehr als hundert Besucher kommen zum Ehrenamtstag in die Asyl-Erstaufnahmestelle am Fliegerhorst. Sie informieren sich über die Möglichkeiten, Flüchtlinge zu unterstützen

Auf Interesse an dem Ehrenamtstag haben die Organisatoren durchaus gehofft. Dass am Donnerstagabend aber mehr als hundert Besucher neben dem Häuschen des Wachdiensts stehen, das lässt bei Andrea Gummert von der Caritas das Herz höher schlagen. 60 ehrenamtliche Helfer kümmern sich seit Öffnung der Einrichtung im vergangenen Herbst um die hier untergebrachten 400 bis 600 Menschen, für die Fürstenfeldbruck oftmals die erste Station nach einer monatelangen Odyssee ist. Gummert, die die Asylhelferkreise im Landkreis organisatorisch unterstützt, ist nun guter Dinge, dass die erhofften zusätzlichen 40 Helfer sich melden werden.

Hoffnungen, die berechtigt scheinen. "Ich habe Abi gemacht. Im September werde ich in Marokko ein freiwilliges soziales Jahr machen. Bis dahin habe ich Zeit", sagt die 18-jährige Amina Ouannass aus Olching. Gemeinsam mit ihrer Mutter steht sie im bunten Chaos: Neun Kinder tollen zwischen Spielecke und Couchgarnituren durch den Raum der Kinderbetreuung. Wer hierher will, der muss kurz hinter den acht Sanitärcontainern den endlos erscheinenden Gang mit dem gewienerten Linoleumboden entlanggehen, der noch Kasernenflair verströmt. Der Gang führt an den Büros von Wachdienst, Caritas und Bezirksregierung vorbei sowie an schwarzen Brettern, an denen Informationen über die Kosten von MVV-Fahrkarten und die Hausregeln hängen oder der Aufruf angebracht ist, Mitbewohner und Nachbarn zu respektieren.

Einmal in der Woche könnte sich Amina gut vorstellen, hier mitzuhelfen. "Die Kinder haben schließlich viel durchgemacht." Helferin Diana Russek könnte Unterstützung gut gebrauchen. Mindestens zwei Betreuer kümmern sich meist nachmittags um Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 16 Jahren. "Einmal waren 32 sehr lebhafte kosovarische Kinder gleichzeitig hier, da kommt man dann schon an die Grenze", sagt sie. Aminas Mutter Alexandra Raeder, die mehrere Fremdsprachen spricht, interessiert sich eher dafür, an einem Nachmittag pro Woche Deutschkurse zu geben. Angst hat sie vor dem Kontakt mit den Menschen aus aller Welt keine. "Ich habe selbst drei Jahre im Ausland gelebt. Ich traue mir das zu, außerdem ist man ja nicht alleine, sondern wird von einem Team unterstützt.

Die Bewohner der Unterkunft, die sich vielleicht auch wegen des Fastenmonats Ramadan am Rande halten, wissen die Angebote der Ehrenamtlichen offenbar zu schätzen. "Alles bestens hier", sagt Mulu aus Eritrea, der sein Alter mit 17 angibt. Er lebt erst seit einem Monat hier, spricht aber schon leidlich deutsch. Mehr als ein Jahr habe es gedauert, bis er sich aus dem nordafrikanischen Land mit seinem repressiven Regime alleine bis nach Europa durchgeschlagen habe. "Aber hier alles gut", sagt er, "und Helfer auch gut." Über so etwas freut sich Georg Kleemann, der bei der Organisation der Kleiderkammer hilft. Hinter ihm stehen sorgfältig beschriftete Kartons, etwas weiter Regale mit Koffern, Schuhen, Kleiderständern. Die Dankbarkeit sei schon groß, sagt er. Sicher, manchmal könne es schon turbulent werden. Und manchmal seien auch Menschen dabei, die fordernd auftreten. Die aber könne man mit dem nötigen Selbstbewusstsein im Gespräch wieder erden, sagt seine Kollegin Monika Mittelhammer.

Die Asylhelfer Fursty suchen Unterstützung in den Bereichen PC- und Sprachkurse, Kleiderkammer, Spiel- und Bücherausgabe, Fahrdienst, Sportangebot sowie Kinderbetreuung. Informationen bei Andrea Gummert (0151/70 54 38 95)