Fürstenfeldbruck:Weg frei für Klimaagentur

Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg stimmen dafür

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Die regionale Klima- und Energieagentur, die der Landkreis Fürstenfeldbruck zusammen mit den Nachbarkreisen Starnberg und Landsberg gründen will, ist auf den Weg gebracht. Alle drei Kreistage stimmten dem Vorhaben mittlerweile zu, zuletzt am Montag jener von Starnberg. Überall fiel das Votum mit deutlicher Mehrheit aus, im Fürstenfeldbrucker Kreistag mit 54:2 Stimmen.

Drei Landkreise seien "schlagkräftiger, als wenn sie's allein tun", betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Emanuel Staffler. Martin Runge (Grüne) setzte ebenfalls auf die "Synergieeffekte", die durch die Zusammenarbeit dreier Landkreise erwartet werden und die FDP freute sich nach Worten ihres Kreisrats Ulrich Bode, dass die Klimaagentur "eine eigene Struktur erhält und nicht im Landratsamt angesiedelt ist". Am Ende aber werde zählen, was die Agentur "an Umsetzung schafft".

Die Vertreter der Fraktionen nutzen die Gelegenheit, dem seit 20 Jahren im Landkreis tätigen und überregional bekannten Energiewendeverein Ziel 21 zu danken, der im Laufe einer einjährigen Übergangsfrist in die neue Klimaagentur überführt werden soll. Ziel 21 habe "die Schienen gelegt, auf denen die Agentur Fahrt aufnehmen kann", formulierte Martin Schäfer, Kreisrat der Unabhängigen Bürgervereinigungen. "Es ist bemerkenswert, dass man von Ziel 21 los lassen kann", befand SPD-Kreisrat Norbert Seidl. Einzig die beiden AfD-Kreisräte waren gegen das Projekt. Ein Unternehmen, dass im dritten Geschäftsjahr nur ein Drittel seiner Kosten trage, sei Planwirtschaft, sagte Rolf Ertel (AfD). Auf seine Äußerung, wonach durch die Klimaagentur auf Steuerzahlerkosten Posten geschaffen würden, entgegnete Landrat Thomas Karmasin (CSU) schroff: "Kollege Ertel, das ist doch Unsinn!" Dafür gab es Applaus. Karmasin schob zur Begründung ein anderes Beispiel nach: "Der ganze Sozialstaat trägt sich nie, und dennoch gibt es ihn". Wenn sich die öffentliche Hand kümmern müsse, seien "die Dinge immer defizitär, weil es sonst keiner machen würde", so Karmasin.

© SZ vom 28.07.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB