Sie ist 75 Meter lang und himmelblau. Schön anzusehen, wie sie sich da von oben herabwindet in die Niederungen der Fürstenfeldbrucker Amperoase. Benutzen kann man die vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebte Wasserrutsche aber schon seit sechs Jahren nicht mehr. Im April 2020 wurde sie wegen Sicherheitsmängeln gesperrt. Das bleibt bis auf Weiteres so. Weil der Ersatz durch eine funktionstüchtige Variante etwa 1,6 Millionen Euro kosten würde, hat der Stadtrat jüngst den gemeinsamen Antrag von SPD und Die Partei abgelehnt, die Röhre wieder in Betrieb zu nehmen.
Als Grund werden nicht nur die hohen Kosten genannt, sondern auch der Umstand, dass das Hallenbad der Amperoase spätestens in etwa acht Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. 2022 war das Projekt wegen schier explodierender Kosten erst einmal auf Eis gelegt worden – ein Arbeitskreis wird sich nach den Wahlen mit dem besten Standort sowie einem erschwinglichen Konzept beschäftigen. Dann wird auch das Thema Wasserrutsche auf den Tisch kommen.
Dass eine jetzt neu angeschaffte Rutsche mit einem Neubau kompatibel wäre und somit weiterverwendet werden könnte, gilt als unwahrscheinlich. Die 1995 in Betrieb genommene Rutsche hat nach Einschätzung der Stadtwerke ihre „technische Nutzungsdauer weit überschritten“. Die städtische Tochtergesellschaft ist für den Betrieb der Amperoase, zu der neben Hallenbad auch Freibad und Eislaufstadion zählen, zuständig. Vor allem die Lüftungsanlage entspricht nicht mehr den Anforderungen. Und die Röhre weist deutlichen Materialverschleiß auf. Um den fälligen Neubau des Hallenbads mit Eishalle etwas hinauszuzögern, investieren die Stadtwerke nach eigenen Angaben bis 2032 jährlich bis zu einer Million Euro – das Betriebsdefizit steigt dadurch spürbar.
Die marode Röhre zu reparieren ist nicht möglich. Ein Ersatz wird auf 400 000 Euro geschätzt, die Kosten für die notwendige Lüftungstechnik und Beckenwasseraufbereitung auf weitere 1,2 Millionen Euro. Und bis eine neue Rutsche einsatzfähig wäre, würde es wohl zweieinhalb Jahre dauern. Fazit des Aufsichtsrats, dem sich der Stadtrat nun angeschlossen hat: Angesichts der Kosten und der geringen Restnutzungsdauer wäre eine Wasserrutsche zu teuer.

Besser gelaufen ist es in Mammendorf. Die 173 Meter lange, 1985 in Betrieb genommene offene Wasserrutsche des dortigen Freibads war ebenfalls wegen Sicherheitsmängeln zeitweise gesperrt, wurde aber im vergangenen Mai wiedereröffnet.

