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Fürstenfeldbruck:Unterstützung in schwierigen Zeiten

FÜRSTENFELDBRUCK:  Weihnachtsbazar des Missionskreis der Pfarrei St. Magdalena

Für Anna-Maria und Sabine Platen (von links) hat der Basarbesuch Tradition. Heuer kaufen sie einen Adventskranz und Lavendelsäckchen.

(Foto: Leonhard Simon)

Der Basar im Pfarrheim von Sankt Magdalena findet reduziert statt - dabei ist die Hilfe gerade jetzt bitter nötig

Von Ingrid Hügenell, Fürstenfeldbruck

Seit 19 Jahren kommen Sabine Platen und ihre Tochter Anna-Maria jedes Jahr zum Weihnachtsbasar in Sankt Magdalena - das erste Mal war es Anna-Marias erstes Weihnachten. "Das hat Tradition", sagt Sabine Platen. "Wir trauen uns nicht, die zu brechen." Nicht einmal, wenn wegen der Corona-Einschränkungen alles anders ist. Der Missionskreis organisiert den Basar, normalerweise findet er an zwei Tagen statt. Heuer wurde das auf den Sonntag reduziert, und eine Bewirtung gibt es auch nicht, wie Helga Müller vom Missionskreis erklärt - kein Kaffee, kein Kuchen. Plätzchen, Lebkuchen, Pralinen gehören sonst selbstverständlich zum Sortiment, dürfen in diesem Jahr aber nicht angeboten werden.

Das ist nicht nur für die Besucher schade, die aus der Kreisstadt und der Region kommen, sondern vor allem für die Projekte, die der Missionskreis teils seit Jahrzehnten unterstützt. "Wir wollen die unterstützen, die weniger haben", sagt Müller, die auch dem Pfarrgemeinderat angehört. "Uns geht es gut, wir haben ein soziales Netz." Das aber fehlt in vielen Ländern.

Acht Projekte in Afrika, Südamerika und Indien erhalten Müller zufolge normalerweise 16 000 Euro aus dem Erlös, "heuer wird es wohl weniger sein". Es sind vor allem Projekte für Frauen, die dadurch eine Ausbildung erhalten, etwa als Lehrerin oder Näherin. In Bethlehem fließen die Spenden in die Finanzierung eines Kinderkrankenhauses. Auch Landwirte werden unterstützt, durch Geld für Kleintiere und Pflanzen.

Normalerweise wird zu Jahresbeginn abgerechnet, im Februar wird das Geld überwiesen. "Wir haben jetzt schon zwei dringende Hilferufe", berichtet Müller, beide aus Indien. Dort sei die Lage wegen der Coronapandemie dramatisch. Die Leute dürften ihre Wohnungen gar nicht verlassen, auch nicht, um Gottesdienste zu besuchen, wo sie sonst Lebensmittel erhalten. Die Schulgelder für ihre Kinder könnten die armen Menschen dort ebenfalls nicht mehr bezahlen. Der Missionskreis unterstützt Christen in ländlichen Gebieten Indiens, in Kerala im Süden des Landes und in Nainital im Nordosten, wo die Hilfe einem Lepradorf zugute kommt. Dorthin gibt es seit mehr als 30 Jahren Verbindung über eine Schwester, die aus der Fürstenfeldbrucker Gegend stammt, aber dort tätig ist.

"Die Gelder gehen direkt an die Projekte", sagt Müller. Verwaltungskosten gebe es nicht, nur die Unkosten würden abgezogen. "Bewegende Briefe" gebe es als Rückmeldungen der Menschen. Der Missionskreis von Sankt Magdalena arbeitet eng mit dem Kolpingwerk zusammen.

Vor dem Raum im Pfarrheim stehen die Leute an, es dürfen immer nur zwei gleichzeitig hinein, mit Maske, bewegen dürfen sie sich nur in eine Richtung. Dennoch kaufen die Leute reichlich. Hiltrud Nierle etwa füllt zwei große Plastiktüten. Die 87-Jährige kommt sei Jahrzehnten zum Basar. Es gibt Selbstgestricktes und Getöpfertes, Marmeladen und Liköre, Wolltücher und Schürzen. Adventskränze und Gestecke mussten vorbestellt werden. Eine Kundin holt mit einer große Box gleich zwei ab. Wer mit einer Spende helfen will, findet Infos im Internet sowie bei Helga Müller, Telefon 08141/43588 oder bei Lore Stannecker, 08141/524976.

© SZ vom 23.11.2020
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