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Fürstenfeldbruck:Unter erschwerten Bedingungen

Die Feuerwehrleute im Landkreis sind gut ausgebildet und ausgerüstet. Das ist nötig, wie sich immer öfter bei Brand- und Gefahrguteinsätzen herausstellt

"Wenn eine Katastrophe kommt, sind wir bereit", steht auf dem Werbebanner im Landratsamt Fürstenfeldbruck, als Kreisbrandrat Hubert Stefan die Gäste des Neujahrsempfangs vom Kreisfeuerwehrverband begrüßt. Dass dies kein leeres Versprechen ist, sondern tägliche Realität, konnte der Kreisbrandrat anhand vieler Fälle bestätigen und den freiwilligen Feuerwehren im Landkreis große Leistungsfähigkeit und hohen Ausbildungsstand attestieren. Stefan betonte dabei, dass vor allem bei schweren und lang dauernden Brandeinsätzen den Feuerwehrleuten fast alles abverlangt wird. Und dass die Wehren weiterhin gefordert seien, hätten die ersten Brände dieses Jahres bewiesen.

Wenige Tage ist es her, dass bei einem Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Hubertusstraße in Fürstenfeldbruck acht Menschen durch Rauchgas verletzt wurden. Ein Einsatz nicht nur für die Brucker Wehr, sondern auch für Feuerwehren aus umliegenden Gemeinden. Sie alle helfen zusammen, und das meist so reibungslos, weil sie alle auf dem gleich hohen Niveau in Ausbildung und Ausrüstung sind. Und wem doch mal das eine oder andere Gerät fehlt, dem hilft die benachbarte Wehr.

Kreisfeuerwehr

Ihre neuesten Fahrzeuge zeigt die Landkreisfeuerwehr beim Neujahrsempfang.

(Foto: Günther Reger)

Dieses Prinzip will Kreisbrandrat Hubert Stefan auch beibehalten. Einzelne Ortsfeuerwehren, die von ihren Gemeinden ausgerüstet werden, kümmern sich zusätzlich um Geräte und Material, das der Landkreis beschafft. Dazu zählt zum Beispiel das Gefahrgutfahrzeug, das bei der Feuerwehr Geiselbullach stationiert ist oder die Dekontaminationsausrüstung, die die Feuerwehr Unterpfaffenhofen pflegt. Beide Wehren waren deshalb bei einem von der Dauer her gesehen längsten Einsätze im Mai vergangenen Jahres dabei, als in einem Betrieb im Brucker Gewerbegebiet Hasenheide Salpetersäure ausgetreten war. "Von 17 Uhr abends bis 6 Uhr in der Früh dauerte der Einsatz", schilderte Stefan den Gästen, unter denen viele waren, die in der Hasenheide mitgeholfen hatten.

Dass es trotz oder gerade mit der hochwertigen Ausrüstung keine Spaziergänge sind, die die Feuerwehrleute unternehmen, machte Stefan am Beispiel jener Einsatzkräfte deutlich, die Chemikalienschutzanzüge tragen. Über ihrer persönlichen Ausrüstung tragen die Männer den Schutzanzug, in dem sie aussehen wie Astronauten auf dem Mond. Maximal 20 Minuten dürfe so ein Einsatz dauern, so Stefan, dann sei der Schutz nicht mehr gegeben, weil die Anzüge ja mit den ausgetreten Stoffen in Berührung gekommen sind. Dass es unkommod und heiß in den Anzügen ist, dass man bei einer Viertelstunde Einsatz ein bis zwei Liter Flüssigkeit verliert, das erwähnt Stefan zwar nicht, aber das sagen seine Gäste. Kamen die Geiselbullacher Feuerwehrleute von dem Säureeinsatz zurück, mussten sie von den Kameraden aus Unterpfaffenhofen gesäubert werden. Erst dann hieß es, den Anzug auszuziehen und als Sondermüll zu entsorgen. "Es wurden 30 Anzüge verbraucht, 4000 Euro pro Anzug", erklärt Stefan. Kosten, die die Stadt Fürstenfeldbruck den Verursachern der Einsätze in Rechnung stellen kann.

Kreisfeuerwehr

Kreisbrandrat Hubert Stefan begrüßt die Gäste zum Neujahrsempfang.

(Foto: Günther Reger)

Doch gute Ausrüstung nutzt nichts, wenn sich niemand damit auskennt. Deshalb legt der Kreisfeuerwehrverband großen Wert auf die Ausbildung und hat im vergangenen Jahr nach den Worten von Kreisbrandinspektor Jörg Ramel in 41 Veranstaltungen und 20 verschiedenen Lehrgängen 865 Teilnehmer trainiert. "Das geht von der Grundausbildung bis zu Sonderlehrgängen", sagte Ramel. Neu war dabei die Ausbildung in einem Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes, der der Feuerwehr zur Verfügung stand. 64 Teilnehmer wurden geschult. Nach der Theorie ging es eine halbe Stunde in die Hitze eines Vollbrandes - zur "Wärmegewöhnung".