Fürstenfeldbruck Umstrittene Planung für neue Schule im Westen

An der Cerveteristraße in Bruck wird die neue und damit insgesamt fünfte Grundschule der Kreisstadt entstehen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Wettbewerb oder nur ein einziges Architekturbüro? Brucks Stadträte sind uneins über das Verfahren

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Längst ausgemachte Sache ist, dass zwischen Cerveteristraße und B 471 die fünfte Grundschule in der wachsenden Kreisstadt gebaut wird. Im September 2022 sollen dort die ersten Kinder eingeschult werden. Wie der Bau freilich genau aussehen wird, ist völlig offen und soll sich im Zuge der Ausschreibung zeigen. Wie die geeignetsten Architekten ausgewählt werden sollen, darüber sind sich die Stadträte nicht einig - ebenso wenig wie die Stadtverwaltung selbst: Bauamtschef Martin Kornacher vertritt da andere Ansichten als Oberbürgermeister Erich Raff (CSU). Letztlich folgte eine knappe Mehrheit im Stadtrat der Empfehlung Kornachers.

In Frage kommen vor allem zwei Verfahren: Zum einen ein recht offener "Realisierungswettbewerb (RPW), an dem sich alle interessierten Architekturbüros unter Berücksichtigung der städtischen Vorgaben und Ansprüche beteiligen können. Ohne Kenntnis der Teilnehmernamen wählt eine von der Stadt benannte Fachjury den besten Entwurf aus. Zum anderen gibt es das sogenannte VGV-Verfahren, bei dem die Stadt gezielt ein renommiertes Architekturbüro mit der Ausarbeitung eines Entwurfs beauftragt. Im Idealfall könnte dieses Verfahren etwas Zeit sparen - Raff warb außerdem für diese Vorgehensweise, weil sich damit seiner Berechnung zufolge etwa 100 000 Euro an Planungskosten sparen ließen. Geld, das sich auch nach Worten von CSU-Fraktionschef Andreas Lohde "an anderer Stelle" besser einsetzen ließe. Herwig Bahner (FDP) sieht das ähnlich. Er sieht "keinen Anlass, das Rad immer wieder neu zu erfinden". In München gebe es genügend neu gebaute Schulen. Daran könne man sich im Zuge des vereinfachten VGV-Verfahrens unter Wahrung des Urheberrechts orientieren. Alles andere sei "rausgeschmissenes Geld" und verschwendete Zeit.

Die 100 000 Euro seien mit Blick auf die gesamten Investitionskosten von mehr als 20 Millionen eine eher überschaubare Summe, findet indes Christian Stangl. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende will "nicht an der falschen Stelle sparen" und bevorzugt deshalb das RPW-Verfahren, das zwangsläufig eine größere Vielfalt an Vorschlägen bringt. SPD-Fraktionssprecher Philipp Heimerl und sein Fraktionskollege Walter Schwarz erinnerten daran, das der Stadtrat vor etwa einem halben Jahr bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst habe und kein Anlass bestehe, daran nun zu rütteln. Ulrich Schmetz (SPD) sieht in dem größten Investitionsobjekt seit dem Bau des Veranstaltungsforums einen "städtebaulichen Kristallisationspunkt", dessen Planung man nicht im Eilverfahren durchziehen sollte. Ähnlich sieht das Kornacher. Alexa Zierl (Die Partei und Frei) widersprach Hans Schilling (CSU), der dem RPW-Verfahren die Eignung für eine angemessene und ausführliche Bürgerbeteiligung abspricht. Einer besonders breiten Bürgerbeteiligung freilich bedarf es bei einem solchen Projekt nach Meinung mehrerer Stadträtegar nicht - müssen bei einem Schulbau doch vor allem pädagogische und dadurch bedingte räumliche Aspekte berücksichtigt werden. Gefragt wäre neben den Architekten somit in besonderem Maße Experten wie Lehrer.