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Fürstenfeldbruck:Tod im Badesee

Ein 76 Jahre alter Schwimmer versinkt am Montagmorgen vor den Augen seiner Frau im Pucher Meer. 40 Minuten später bergen Taucher der Wasserwacht dessen Leiche. Notärztin führt den Unfall auf einen Herzinfarkt zurück

Von Peter Bierl

Bruck: Toedlicher Badeunfall am Pucher Meer

Wasserwacht und Feuerwehr suchen nach dem Vermissten im Pucher Meer bei Fürstenfeldbruck.

(Foto: Johannes Simon)

Tödlich ist für einen Rentner aus Freising am Montagmorgen ein Bad im Pucher Meer in Fürstenfeldbruck geendet. Vor den Augen der Ehefrau und mehrerer Badegäste versank er im türkisblauen Wasser. Die sofort alarmierten Rettungskräfte der Wasserwacht des Roten Kreuzes konnten 40 Minuten später nur noch die Leiche des Mannes aus etwa sechs Metern Tiefe bergen. Die Notärztin vermutete am Einsatzort, dass ein Herzinfarkt der Auslöser des Unfalls gewesen sein könnte. Die Frau des Toten erlitt einen Schock und wurde vom Kriseninterventionsteam des Malteser Hilfsdienstes betreut.

Das Ehepaar war kurz vor 9 Uhr vom Ufer auf der Südseite in Richtung einer der blauen künstlichen Inseln geschwommen. Etliche Badegäste beobachteten nach Angaben der Polizei, dass der 76-Jährige mehrfach unter- und wieder auftauchte, bevor er schließlich im Wasser verschwand. Die Frau des Unfallopfers konnte alleine wieder zum Ufer zurückschwimmen. Ein Augenzeuge, der mit seiner kleinen Tochter im Wasser war, und früher selbst einige Zeit bei der Station der Wasserwacht ehrenamtlich tätig gewesen war, schwamm zur Unglücksstelle. Er konnte den Verunglückten allerdings nicht mehr entdecken, der wohl bereits abgetrieben war. Das Wasser des Baggersees ist in diesem Bereich zunächst relativ flach, fällt dann aber nach einer Kante auf bis zu elf Meter Tiefe ab.

Einige andere Zeugen am Land lösten den Alarm aus. Rettungsschwimmer der Wasserwacht mit Schnorchelausrüstung und Schwimmbrettern machten sich sofort auf die Suche, konnten den Verunglückten jedoch nicht entdecken. Ein Hubschrauber überflog in großer Höhe das Pucher Meer, um in den flachen Bereichen nach dem Mann zu suchen. Gegen 9.30 Uhr waren bereits vier Taucher im Einsatz sowie zwei Rettungsboote im Wasser, ihre Suche konzentrierte sich auf den südwestlichen Bereich des Badesees.

Am Ufer standen Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Feuerwehr, darunter der Berufsfeuerwehr München, sowie einige Polizisten samt ihren Fahrzeigen bereit. Insgesamt waren vier Schnelle Einsatzgruppen der Wasserwacht des Roten Kreuzes aus Olching, Grafrath, Fürstenfeldbruck und Starnberg vor Ort, die Berufsfeuerwehr stellte zwei Taucher.

Das Südufer wurde abgesperrt, auf dem Hügel standen etliche Badegäste, die die gesamte Aktion beobachteten. Auf der Ostseite des Sees badeten einige Besucher. Nachdem die Suche zunächst im tiefen Wasser wegen der schlechten Sicht keinen Erfolg zeigte, forderte Einsatzleiter Ralph Westenrieder Verstärkung an. Für die Taucher sollte eine Ablösung mit einem großen Hubschrauber der Bundespolizei eingeflogen werden.

Bevor diese eintrafen, entdeckte ein Taucher der Wasserwacht aus Mammendorf den leblosen Körper gegen 9.50 Uhr auf der Westseite in etwa sechs Metern Tiefe. Sofort bewegten sich die übrigen Taucher und Boote dorthin, um bei der Bergung zu helfen. Am Ufer zogen Polizei und Feuerwehr mit Plastikplanen einen Sichtschutz auf, bevor die Leiche ans Ufer gebracht wurde.

Die Notärztin verzichtete auf Wiederbelebungsmaßnahmen und stellte den Tod des 76-Jährigen fest. Sie konnte keine äußeren Verletzungen feststellen und ging deshalb von einem Herzinfarkt als einer möglicher Unfallursache aus. "Das war ein klassischer Badeunfall", sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag der SZ.

Die Ehefrau des Verunglückten wurde von Experten des Kriseninterventionsteams betreut. "Es geht ihr den Umständen entsprechend", sagte ein Angehöriger des Teams der SZ. Ein älterer Badegast klagte nach dem Einsatz, dass die Wasserwacht lediglich von ihrer Station aus das Geschehen beobachte: "Die merken gar nicht, wenn auf der anderen Seite jemand untergeht." Ein Wasserwachtler klärte ihn auf und wies darauf hin, dass seine Kollegen mit Ferngläsern die gesamte Wasserfläche kontrollierten.

© SZ vom 06.08.2013
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