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Fürstenfeldbruck:Tipps gegen Ausbeutung

Gastronomie-Gewerkschaft warnt vor unbezahlten Überstunden

Den knapp 3000 Gastronomie-Beschäftigten im Landkreis droht im Mai ein "Überstunden-Marathon", wie die Gewerkschaft Nahrung - Genuss - Gaststätten (NGG) warnt. Hochzeiten, Konfirmationen und andere Familienfeiern, dazu etliche Feiertage und der Mindestlohn: Diese Gemengelage verschärft die ohnehin schon angespannte Situation für die mehr als 1330 Teil- und Vollzeitkräfte sowie die knapp 1500 Minijobber im Landkreis. Denn an Feiertagen ist in dem Gewerbe naturgemäß mehr Betrieb als in Wochen mit fünf Werktagen.

Der Geschäftsführer der NGG München, Mustafa Öz, beklagt, dass "Umsonst-Überstunden" in Hotels und Gaststätten eher die Regel als die Ausnahme seien. Aus einer Acht-Stunden-Schicht würden schnell zehn oder zwölf, selbst 14 Stunden. "Unterm Strich leistet ein Großteil der Vollzeit-Beschäftigten in der Gastro-Branche im Landkreis Fürstenfeldbruck 30 bis40 Überstunden pro Monat - ohne das in der Lohntüte zu merken", sagt Öz. "Das liegt daran, dass Arbeitgeber - vom Hotel-Chef bis zum Gastwirt - so tun, als wäre es völlig normal und selbstverständlich, ein paar Stunden für umsonst dranzuhängen. Auch bei Azubis werde kaum Rücksicht genommen. Dabei macht sich seit der Einführung des Mindestlohns jeder Arbeitgeber strafbar, der nicht sämtliche Arbeitsstunden aller Mitarbeiter lückenlos dokumentiert - auch die Überstunden. Jeder Chef müsse diesbezüglich mit Kontrollen durch den Zoll rechnen, betont Öz.

Den Arbeitnehmern empfiehlt er, sämtliche Überstunden aufzuschreiben, am besten Arbeitsbeginn und -ende samt Pausen dokumentieren. "Wer dann Schwierigkeiten hat, den Lohn für geleistete Mehrarbeit einzufordern, sollte sich an seine Gewerkschaft wenden", empfiehlt er.