Fürstenfeldbruck Streit um Bahnhofsumbau Buchenau

Ganz so barrierefrei wie gewünscht wird der Buchenauer Bahnhof nach Ansicht des Verkehrsforum nach dem Umbau wohl nicht sein.

(Foto: Matthias F. Döring)

Thomas Brückner vom Verkehrsforum kritisiert, dass die Stadt sich nicht für eine Optimierung eingesetzt habe. CSU-Chef Andreas Lohde wirft der Initiative im Gegenzug mangelnde demokratische Transparenz vor

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Buchenau schreitet voran, aber das Verkehrsforum wird mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Dessen Sprecher Thomas Brückner beklagt, dass Verbesserungsvorschläge von der Bahn AG nicht berücksichtigt worden seien. Brückner wirft der CSU mangelnde Unterstützung vor, Verkehrsminister Hans Reichert (CSU) habe auf ein Schreiben nicht einmal geantwortet. Der Brucker CSU-Orts- und Fraktionsvorsitzende Andreas Lohde weist die Kritik zurück und kontert: das Aktionsbündnis habe die CSU nicht zu seinen Veranstaltungen eingeladen. Den Brief des Bündnisses habe die CSU nicht unterschrieben, weil das Verkehrsforum keine transparenten Strukturen habe.

Das Verkehrsforum bemängelt an dem Umbau einige Details und warnt vor Nachteilen für die Fahrgäste. So fehle ein Dach auf dem neuen Bahnsteig im Süden, die Treppe auf der Nordseite zum Durchgang im blauen Haus sei für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen ungeeignet und die Rampe so situiert, dass Fahrgäste, die zur Bushaltestelle wollen, einen Umweg von 80 Metern machen müssen. Die Bahn AG hatte dazu erklärt, es gebe mehrere Zugänge, die breit genug und nach den aktuellen Richtlinien dimensioniert seien.

Beim Spatenstich im April hatte Brückner Verkehrsminister Reichhart ein Papier mit Forderungen überreicht, die von 18 Gruppen unterstützt werden, etwa Parteien, Sozialverbände, Senioren- und Behindertenbeiräte sowie Bund Naturschutz. Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD) berichtete, der Minister habe wohlwollend zugehört, aber der Initiative wenig Chancen eingeräumt. Der Umbau samt Errichtung eines Bahnsteiges und zweiten Fußgängertunnels soll bis Frühsommer 2020 fertig werden und 17 Millionen Euro kosten, von denen der Freistaat 15 aufbringt.

Brückner ist verärgert, weil nichts mehr ging. "Man uns jetzt mit unseren Vorschlägen gegen die Wand laufen lassen", rügt er. Dabei hätten Oberbürgermeister und Stadtverwaltung seit Beginn der Planfeststellung im Juli 2018 die Chance gehabt, Verbesserungen für die Fahrgäste, für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, für Reisende mit Rollkoffern oder Kinderwägen zu bewirken. "Seit einem Jahr glänzt unser OB durch Nichtstun", kritisiert er.

Dagegen wirft Lohde dem Verkehrsforum mangelnde Transparenz "bei der Genese von Entscheidungsprozessen und Positionen" und "das Fehlen von demokratischen Strukturen bei der Festlegung derer, welche die Organisation nach außen vertreten" vor. Deshalb habe die Brucker CSU das Schreiben an den Minister nicht unterzeichnet. Er selber habe sich aber persönlich beim Spatenstich bei Reichhart, der Bundestagsabgeordneten Kathrin Staffler (CSU) und dem Vertreter der Bahn AG für die nochmalige Optimierung des Bahnsteiges eingesetzt, betont Lohde.