Fürstenfeldbruck Schrodi geißelt Bezirksregierung

SPD-Bundestagsabgeordneter bekommt keinen Besuchstermin in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge

Von einem "skandalösen, unsäglichen Verhalten" und Heimlichtuerei spricht der Olchinger SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi. Gemeint ist die Regierung von Oberbayern, die Hausherr der Asyl-Erstaufnahmestelle am Brucker Fliegerhorst ist. Dort sind zurzeit etwa 970 Personen untergebracht. Nachdem es wiederholt zu Tumulten gekommen war und die Polizei mit Großaufgeboten für Ruhe sorgen musste, wollte sich Schrodi selbst ein Bild machen über die Situation in der Unterkunft. So gibt es dort angeblich keine getrennten sanitären Anlagen für Frauen und Männer und es herrschen Bewohnern zufolge teils unzumutbare Zustände. Schrodi bat bei der Regierung um einen Besuchstermin am Mittwoch, erhielt aber postwendend eine Absage - "in einer unverschämten Art und Weise", wie er findet. Ihm sei, ebenso wie zuvor Christian Götz (BBV), dem Zweiten Bürgermeister von Fürstenfeldbruck, beschieden worden, ein Besuch sei "nicht notwendig". Er solle sich bis später im November gedulden. Dann habe die Germeringer Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer bereits einen Termin bekommen. "Ich mache das so nicht mit", schimpfte Schrodi am Freitag. Es sei nicht hinnehmbar, dass da möglicherweise offizielle Besucher erst nach einem vorherigen "Großreinemachen" in die Unterkunft gelassen würden.